Epstein-Files: Österreich im Fokus der Ermittlungen
Ende Januar hat das US-Justizministerium mehr als drei Millionen Akten zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Nach intensiver Recherche wird deutlich: Österreich spielt in diesem Datenwust eine überraschend prominente Rolle. Zu keinem anderen vergleichsweise kleinen Land in Europa existieren bislang so viele unterschiedliche Bezüge, die Personen, Schauplätze und Handlungsstränge betreffen.
Vielschichtige Verbindungen in die Alpenrepublik
Der schwerreiche Amerikaner suchte aktiv nach einer Luxuswohnung in Wien, wobei unklar bleibt, ob er tatsächlich eine Immobilie erwarb. Epstein investierte zudem in eine von Wienern gegründete Onlinebank und förderte die Arbeit des aus Niederösterreich stammenden Harvard-Professors Martin Nowak mit Millionenbeträgen, nachdem er ihn auf seiner Privatinsel in der Karibik empfangen hatte.
Ebenso pumpte er Geld in den seinerzeit in Wien ansässigen Thinktank IPI, wo er angeblich Frauen Praktika vermittelte. Ein besonders mysteriöser Aspekt ist ein Kurzbesuch Epsteins in Wien kurz vor seiner Festnahme im Jahr 2019. Er reiste gemeinsam mit drei weiblichen Personen an und blieb nur wenige Stunden, ohne diese Reise bei den US-Behörden als verurteilter Sexualstraftäter anzumelden.
Politische und mediale Verflechtungen
In der Podcast-Folge von Inside Austria werden weitere relevante Fährten aufgezeigt. So beschäftigte sich Epstein 2018 damit, den damaligen österreichischen Kanzler Sebastian Kurz mit Stephen Bannon, dem berüchtigten Ex-Strategen von Donald Trump, zusammenzubringen. Zudem werden die Kommunikation zwischen dem US-Investor und der Wiener Herausgeberin Eva Dichand sowie die Reaktion Österreichs mächtigster Medienfrau auf die Enthüllungen analysiert.
Der wöchentliche Podcast Inside Austria, eine Kooperation von SPIEGEL und STANDARD, beleuchtet regelmäßig politische Abgründe und Ereignisse, die Österreich bewegen. Diese Folge rekonstruiert detailliert die komplexen Verbindungen Epsteins zur Alpenrepublik und wirft Fragen nach den Motiven für sein Interesse an dem kleinen Land auf.



