20 Millionen Euro Umbau: Hitlers Geburtshaus wird zur Polizeiwache in Braunau
Hitlers Geburtshaus wird Polizeiwache für 20 Millionen Euro

Historischer Umbau: Aus Hitlers Geburtshaus wird eine Polizeiinspektion

Ein unscheinbares Haus in der österreichischen Stadt Braunau steht im Mittelpunkt einer bedeutenden Transformation. Es handelt sich um das Geburtshaus von Adolf Hitler, das nun für rund 20 Millionen Euro zu einer Polizeiwache umgebaut wird. Die Bauarbeiten nähern sich ihrem Abschluss, und der Einzug der Polizei ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Dieser Schritt markiert das Ende eines jahrzehntelangen Ringens um den richtigen Umgang mit diesem historisch belasteten Ort.

Ein Haus mit wechselvoller Geschichte

Das Gebäude, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, diente ursprünglich als Bürgerhaus und später als Gasthaus, bekannt unter dem Namen „Gasthof zum Pommer“. Im Jahr 1889 mietete die Familie Hitler eine Wohnung im zweiten Stock, wo Adolf Hitler geboren wurde. Nur kurze Zeit später zog die Familie nach Passau in Bayern um. Während der NS-Zeit instrumentalisierten die Nationalsozialisten das Haus propagandistisch als „Geburtshaus des Führers“ und luden es ideologisch auf.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb das Haus im Besitz der Familie Pommer. Um eine missbräuchliche Nutzung durch Neonazis zu verhindern, mietete das österreichische Innenministerium das Gebäude ab 1972 an. In den folgenden Jahrzehnten beherbergte es eine Stadtbibliothek, eine Schule und später Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Zwischen 2011 und 2016 stand das Haus weitgehend leer, was die Diskussion über seine Zukunft neu entfachte.

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Enteignung und Umbau zur Neutralisierung

Im Jahr 2016 setzte die österreichische Regierung eine Kommission ein, um über den historisch korrekten Umgang mit dem Gebäude zu beraten. Viele Stimmen forderten die Einrichtung einer Gedenkstätte, doch diese Idee scheiterte an der Befürchtung, eine Pilgerstätte für Neonazis zu schaffen. Stattdessen beschloss das österreichische Parlament ein Gesetz zur Enteignung, das 2017 in Kraft trat. Die ehemalige Eigentümerin erhielt eine Entschädigung von etwa 810.000 Euro.

Der nun anstehende Umbau, der mit Kosten von rund 20 Millionen Euro verbunden ist, zielt darauf ab, den Ort zu neutralisieren. Geplant ist die Einrichtung einer Polizeiinspektion, die mit einem Menschenrechts-Schulungszentrum verbunden sein wird. Das österreichische Innenministerium verweist in diesem Zusammenhang auf ein ähnliches Vorgehen in Bayern, wo eine ehemalige Wohnung Hitlers am Münchner Prinzregentenplatz bereits seit 1949 verschiedene Dienststellen der bayerischen Polizei beherbergt.

Mit diesem Schritt soll das Gebäude seiner historischen Belastung entzogen und einer sinnvollen, zivilen Nutzung zugeführt werden. Die Polizeiwache soll nicht nur der öffentlichen Sicherheit dienen, sondern auch als Symbol für den demokratischen Rechtsstaat stehen, der sich aktiv mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt.

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