Politische Schlammschlacht um 50 fehlende Seiten im Epstein-Dossier
Schlammschlacht um 50 fehlende Epstein-Dossier-Seiten

Politische Schlammschlacht um 50 fehlende Seiten im Epstein-Dossier

In den Vereinigten Staaten ist ein erbitterter politischer Machtkampf um die Herausgabe von 50 fehlenden Seiten im Epstein-Dossier entbrannt. Diese Dokumente sollen laut Informationen von einem Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auch schwerwiegende Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump enthalten.

Demokraten erheben Vertuschungsvorwürfe

Die Demokratische Partei wirft dem Justizministerium unter der Leitung von Justizministerin Pam Bondi vor, die betreffenden Akten bewusst zurückzuhalten, um den Präsidenten zu schützen. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia sprach vor US-Journalisten von einer „Vertuschung schwerwiegender Anschuldigungen“ und forderte in einem dringlichen Schreiben die sofortige Veröffentlichung der fehlenden Dokumente.

Garcia betonte: „Falls das Justizministerium aktiv Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs untersucht, die von einer Epstein-Überlebenden gegen Präsident Trump erhoben wurden, haben der Kongress und die amerikanische Öffentlichkeit das Recht, dies unverzüglich zu erfahren.“

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Konkrete Vorwürfe aus FBI-Interviews

Konkret handelt es sich bei den zurückgehaltenen Dokumenten um drei von insgesamt vier FBI-Interviews aus dem Jahr 2019. Während das öffentlich zugängliche Interview hauptsächlich Anschuldigungen gegen Epstein selbst enthält, berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf Personen mit Zugang zu den ungeschwärzten Dokumenten, dass die befragte Frau in den drei fehlenden Interviews auch konkrete Vorwürfe gegen Donald Trump erhoben habe.

Laut diesen Berichten soll die Frau Trump um das Jahr 1983 von Epstein vorgestellt worden sein, als sie etwa 13 Jahre alt war. Bei diesem Treffen habe der damalige Immobilienmogul, der zu dieser Zeit noch mit Ivana Trump verheiratet war, versucht, ihren Kopf zu seinem entblößten Penis herunterzudrücken – woraufhin sie ihn gebissen habe. Anschließend habe Trump ihr gegen den Kopf geschlagen und sie aus dem Zimmer geworfen.

FBI hielt Aussagen für glaubwürdig

Das FBI hat die Aussagen der Frau offenbar für so glaubhaft erachtet, dass sie insgesamt viermal mit ihr sprachen. Ob es nach diesen Interviews zu weiteren Ermittlungen kam, ist jedoch nicht bekannt. Die betroffene Frau hat ihre Vorwürfe niemals öffentlich gemacht.

Abgeordneter Garcia bestätigte, den Namen der Frau zu kennen und die Existenz interner Dokumente eingesehen zu haben, die „zusätzliche, konkrete Vorwürfe“ gegen den Präsidenten enthalten. Er sieht in der Zurückhaltung der Akten „einen klaren Versuch, den Präsidenten, seine Freunde oder die zahlreichen früheren und aktuellen Trump-Ernannten zu schützen“.

Trumps Position und rechtliche Fragen

Präsident Trump bestreitet bis heute jegliche Kenntnis oder Beteiligung an Epsteins Missbrauchsring und erklärte vergangene Woche, die bereits veröffentlichten Akten hätten ihn „vollständig entlastet“.

Garcia widerspricht dieser Darstellung entschieden und verweist auf ein überparteiliches Gesetz des Kongresses, das die vollständige Veröffentlichung aller relevanten Dokumente vorschreibt. Das Justizministerium hatte zuvor erklärt, Dokumente würden nur vorübergehend zurückgezogen, um Angaben von Opfern oder personenbezogene Daten zu schwärzen – oder wenn sie für ein laufendes Ermittlungsverfahren relevant seien.

Gerade dieser letzte Punkt macht die Demokraten besonders misstrauisch und nährt ihre Befürchtungen, dass hier bewusst Informationen unter Verschluss gehalten werden, die politisch brisant sein könnten.

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