Prozess in Norwegen: Marius Borg Høiby bleibt weiter in Untersuchungshaft
Marius Borg Høiby, der 29-jährige Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, muss vorerst in Untersuchungshaft verbleiben. Dies bestätigte die Osloer Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur NTB. Derzeit steht Høiby vor dem Osloer Bezirksgericht unter anderem wegen vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht vor Gericht. Kurz vor Beginn des Verfahrens wurde er erneut festgenommen, diesmal aufgrund von Vorwürfen der Körperverletzung, der Drohung mit einem Messer und des Verstoßes gegen ein bestehendes Kontaktverbot. Høiby bestreitet die Vorwürfe der Körperverletzung und der Drohung.
Kontaktverbot bis September verlängert
Das bestehende Kontaktverbot, das Høiby den Kontakt zu einer seiner Ex-Freundinnen untersagt, wurde laut NTB bis September verlängert. Andreas Kruszewski, der Leiter der Ermittlungen, erklärte dazu: „Wenn ein Angeklagter während einer Gerichtsverhandlung verhaftet wird, bleibt er in der Regel bis zu mehrere Wochen nach Ende der Verhandlung in Untersuchungshaft.“ Der letzte Verhandlungstag ist derzeit für den 19. März geplant. Høiby ist in insgesamt 38 Punkten angeklagt, darunter:
- Misshandlung in engen Beziehungen
- Körperverletzung
- Sachbeschädigung
- Drogen- und Verkehrsdelikte
Die Vorwürfe der Sexualdelikte weist Høiby entschieden zurück. Im Sommer 2024 hatte er jedoch eingeräumt, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Gegenstände in ihrer Wohnung zerstört zu haben. Das verlängerte Kontaktverbot bezieht sich genau auf diese Frau.
Misshandlungsvorwürfe in Beziehung zu Influencerin
In der aktuellen vierten Verhandlungswoche stehen die Vorwürfe der Misshandlung in engen Beziehungen im Mittelpunkt, konkret in Høibys Beziehung zu einer norwegischen Influencerin. Die beiden waren von 2022 bis 2023 etwa ein Jahr lang ein Paar. Die Staatsanwaltschaft wirft Høiby vor, die Frau einem Angstregime ausgesetzt zu haben, das Gewalt, Drohungen und Manipulation umfasste. Høiby bestreitet diese Anschuldigungen.
Vor Gericht berichtete die Ex-Freundin laut Medienberichten, dass Høiby sie angeblich mit der Faust geschlagen habe, sodass sie zu Boden fiel. Høiby bestritt dies, räumte jedoch ein, ein „Wutproblem“ zu haben. Die Influencerin gab zudem an, nach dem Ende der Beziehung das norwegische Kronprinzenpaar um Hilfe für Høiby gebeten zu haben. Sie soll gesagt haben: „Seht Ihr nicht, dass er Hilfe braucht?“, womit sie auf die Drogenprobleme des 29-Jährigen anspielte.
Emotionale Reaktion von Høiby
Høiby bezeichnete die Aussagen seiner Ex-Freundin laut NTB als „absurd“. Unter Tränen erklärte er: „Mama und Haakon waren immer die liebsten Menschen der Welt.“ Er betonte, dass sie ihm auf jegliche Art und Weise geholfen hätten. Der Prozess wirft ein Schlaglicht auf die persönlichen und rechtlichen Herausforderungen, mit denen Høiby konfrontiert ist, während die norwegische Öffentlichkeit gespannt die Entwicklungen verfolgt.



