Münchner Prunkpalast der Justiz: Neues Strafjustizzentrum eingeweiht
Neues Strafjustizzentrum in München eingeweiht

Mit Häppchen, Crémant und zahlreichen Juristen ist am Montag das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz in München feierlich eingeweiht worden. Der Ort sei passend gewählt, da der Leonrodplatz nach dem früheren bayerischen Justizminister Leopold von Leonrod benannt ist, erklärten die Redner. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zog Vergleiche zum historischen Justizpalast in der Innenstadt, der vor knapp 130 Jahren fertiggestellt wurde.

Ein Prunkpalast der Justiz

Söder bezeichnete das Gebäude als „echten Prunkpalast“ und scherzte über die Größe: „Ich frage mich schon die ganze Zeit, wo sie den Spa untergebracht haben.“ Das neue Strafjustizzentrum erstreckt sich auf einem Gelände an der Dachauer Straße, das fast achtmal so groß ist wie der Marienplatz. Mit viel Glas, lichtdurchfluteten Räumen, 850 Büros, 38 Teeküchen, 54 Sitzungssälen und drei großen grünen Innenhöfen biete es eine einladende Atmosphäre. Söder betonte die Bedeutung einer unabhängigen Justiz: „Die Stärkung der dritten Gewalt ist essenziell.“ Er hob hervor, dass das Gebäude ein „Signal der Wertschätzung für diejenigen, die für die Justiz arbeiten“ sei.

Lob vom Hausherrn und Minister

Hans-Joachim Heßler, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und des Oberlandesgerichts München, schwärmte von dem Bau, der vom Münchner Architekturbüro Plan2 entworfen wurde. Er nannte es ein „Schmuckstück von Justizgebäude“ und dankte allen Beteiligten. Justizminister Georg Eisenreich (CSU) sprach von einem großen Tag für die Justiz in München. Er unterstrich, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen müssten und das Gebäude für Offenheit und Transparenz stehe. Zugleich mahnte er: „Wir haben Feinde von innen und Feinde von außen, deshalb müssen wir wehrhaft sein.“

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Größenvergleiche und Sicherheit

Bauminister Christian Bernreiter (CSU) verglich die Dimension des Neubaus mit dem Spielfeld des Olympiastadions: 14 Mal würde das Gelände hineinpassen. Die Kosten von 434 Millionen Euro seien gut investiert, auch sicherheitstechnisch sei alles auf dem neuesten Stand. Am Ende der Feier sangen Politiker, Justizbeamte, Polizisten und Gäste gemeinsam die Bayernhymne, wenn auch mit verhaltener Lautstärke.

Abschied vom alten Strafjustizzentrum

Das alte Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße hat bald ausgedient. Fast 50 Jahre war es die „Herzkammer der Münchner Strafjustiz“, so Eisenreich. Erbaut in den 1970er Jahren für 100 Millionen D-Mark, fanden dort seit 1977 Prozesse der Landgerichte München I und II, des Amtsgerichts und des Oberlandesgerichts statt. Zu den aufsehenerregenden Verfahren zählten der NSU-Prozess, die Verhandlung gegen den NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk sowie die Prozesse gegen die Mörder von Walter Sedlmayr und Rudolph Moshammer. Im neuen Zentrum gibt es einen der größten Schwurgerichtssäle Deutschlands mit rund 280 Quadratmetern.

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