Strenge Sicherheitsvorkehrungen in Dresden anlässlich des 81. Jahrestags der Zerstörung
Die Landeshauptstadt Dresden hat für Freitag und Samstag, den 13. und 14. Februar 2026, das Stadtzentrum zur Sicherheitszone erklärt. Grund sind die zahlreichen angemeldeten Versammlungen und Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Mit einer Allgemeinverfügung setzt die Stadt strenge Regeln durch, die der öffentlichen Sicherheit dienen und Teilnehmer, Anwohner sowie Einsatzkräfte schützen sollen.
Verbotene Gegenstände und Verhaltensregeln
Die Allgemeinverfügung listet explizit verbotene Gegenstände auf, darunter Messer und andere Waffen, Baseballschläger, Stahlrohre, Steine, Eier, Feuerwerk und Fackeln. Zudem dürfen Teilnehmer durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten kein einschüchterndes oder gewaltbereites Erscheinungsbild erzeugen. Geschlossenes Marschieren im Gleichschritt ist untersagt. Lautsprecheranlagen dürfen eine maximale Lautstärke von 90 Dezibel nicht überschreiten, was etwa der Geräuschkulisse einer lauten Fabrikhalle entspricht. Bei Verstößen drohen der Ausschluss von der Versammlung und mögliche strafrechtliche Konsequenzen.
Umfang der Sicherheitszone
Das betroffene Gebiet erstreckt sich über die Altstadt hinaus und umfasst große Teile der Stadtteile Neustadt, Friedrichstadt und Plauen. Auch die Bahnhöfe in diesen Stadtteilen sind explizit in die Sicherheitszone einbezogen. Hintergrund ist, dass sich die Anreise der Teilnehmer aufgrund von Gleisbauarbeiten voraussichtlich nicht auf den Hauptbahnhof konzentrieren wird. Die Stadt rechnet mit daraus resultierenden Konfliktpunkten und hat daher präventive Maßnahmen ergriffen.
Historischer Hintergrund und aktuelle Instrumentalisierung
Dresden wurde am 13. Februar 1945 und in den folgenden Tagen bei Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber weitgehend zerstört. Nach Angaben einer Historikerkommission kamen dabei bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Diese tragischen Ereignisse werden regelmäßig von Rechtsextremisten instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren. In diesem Jahr haben Rechtsextreme für Samstag einen sogenannten „Trauermarsch“ mit 1.000 angemeldeten Teilnehmern organisiert. Im Vorjahr 2025 waren mehr als doppelt so viele Teilnehmer erschienen.
Gegenprotest und Gedenkveranstaltungen
Das Bündnis „Dresden Wi(e)dersetzen“ organisiert einen Gegenprotest und erwartet mehrere Tausend Teilnehmer. Am Freitag finden mehrere Gedenkveranstaltungen statt, deren Höhepunkt die Bildung einer Menschenkette sein wird. Diese soll ein deutliches Zeichen gegen die Vereinnahmung des Gedenkens durch rechtsextreme Kreise setzen. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern für diese friedliche Aktion. Die Stadt Dresden betont, dass alle Maßnahmen darauf abzielen, ein würdevolles Gedenken zu ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.



