Malchin führt neues Stadtlogo neben traditionellem Wappen ein
Die Stadt Malchin in der malerischen Mecklenburgischen Schweiz hat neben ihrem amtlichen Stadtwappen jetzt ein zusätzliches, modernes Stadtlogo eingeführt. Dieses zeigt stilisiert die beiden historischen Stadttore der Stadt, unter denen eine blaue Welle verläuft, die vermutlich die Lage zwischen zwei Seen symbolisieren soll. Das neue Logo erscheint bereits auf zahlreichen offiziellen Dokumenten und Briefen der Stadtverwaltung, oft in Kombination mit dem traditionellen Stadtwappen.
AfD-Fraktion stellt kritische Fragen zur Logo-Einführung
Die Einführung des neuen Stadtlogos hat nun politische Diskussionen ausgelöst. Christian Skotnik, Fraktionschef der AfD im Malchiner Rathaus, hat schriftlich detaillierte Fragen zur Entscheidungsfindung gestellt. Er wollte unter anderem wissen, warum überhaupt ein neues Sinnbild notwendig war, ob die Stadtvertretung darüber beschlossen hat, wer den Auftrag erteilte und welche Kosten entstanden sind.
Die Stadtverwaltung antwortete ausführlich auf diese Anfragen und erläuterte die unterschiedlichen Funktionen der beiden Symbole. Das traditionelle Stadtwappen mit dem charakteristischen Stierkopf und den beiden Türmen bleibe das hoheitliche Symbol, das rechtlich geschützt ist und für Autorität, Tradition und Staatlichkeit stehe. Es dürfe nur in bestimmten formellen Zusammenhängen verwendet werden, beispielsweise bei Urkunden, Bescheiden und dem offiziellen Stadtsiegel.
Unterschiedliche Funktionen: Tradition versus Modernität
Das neue Logo hingegen sei moderner, flexibler und leichter wiedererkennbar, so die Begründung der Verwaltung. Es spreche die Bürgerinnen und Bürger emotionaler und niederschwelliger an. Damit könne die Stadt als Behörde offiziell auftreten, ohne auf zeitgemäße Gestaltung und gute Verständlichkeit verzichten zu müssen.
Interessant ist ein vergangener Vorfall: Im letzten Jahr hatte die Stadt dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) noch erlaubt, das Stadtwappen im Wahlkampf zu verwenden. Bürgermeister Axel Müller hat jedoch nach Einwänden aus der Bürgerschaft klargestellt, dass dies bei künftigen Wahlen nicht mehr möglich sein wird.
Entscheidungsprozess und Kosten des neuen Logos
Einen förmlichen Beschluss der Stadtvertretung für das neue Malchin-Zeichen gab es nicht. Die Verwaltung begründet dies damit, dass der Bürgermeister oder die Verwaltung dies auch allein entscheiden könne. Allerdings wurden im April 2024 vier verschiedene Varianten eines Stadtlogos dem Schul- und Sozialausschuss sowie dem Finanzausschuss vorgestellt. Mehrheitlich habe man sich für das nun verwendete Logo entschieden.
Auffällig ist dabei, dass laut den offiziellen Tagesordnungen das Logo auf beiden Ausschusssitzungen gar kein Thema war. In Auftrag gegeben wurde das Logo von Stadträtin Manuela Rißer. Die Erstellung kostete genau 748,51 Euro. Die Stadt betont, dass keine zusätzlichen Kosten entstanden seien, da man nachhaltig arbeite und keine Papier-Vordrucke, sondern digitale Vorlagen nutze. Es wurden demnach auch keine Unterlagen ohne das neue Logo vernichtet.
Die offizielle Antwort der Stadtverwaltung an die AfD-Fraktion war selbst geschmückt mit dem traditionellen Stadtwappen oben rechts und dem neuen Stadttore-Logo unten links – ein anschauliches Beispiel für die parallele Verwendung beider Symbole.



