Münchens künftiger Oberbürgermeister Krause: Politik jenseits von Social Media
Mit Dominik Krause wird erstmals ein Grüner ins Münchner Rathaus einziehen. In einem exklusiven Interview spricht der künftige Oberbürgermeister über die Krise der Bundespartei, die Arbeit mit Markus Söder und persönliche Grenzen in der Öffentlichkeit. Das Gespräch führten Jan Friedmann und Katherine Rydlink in München am 25. März 2026.
Die Krise der Grünen und Münchens Rolle
Krause betont, dass die Grünen auf Bundesebene derzeit mit erheblichen Herausforderungen kämpfen, während er in München den Nerv vieler Menschen getroffen habe. "In München haben wir gezeigt, dass grüne Politik pragmatisch und bürgernah sein kann", erklärt er. Der künftige Oberbürgermeister sieht seine Wahl als Signal für eine neue Ära in der Stadtpolitik, die sich auf lokale Lösungen konzentriert.
Zusammenarbeit mit Markus Söder
Die Arbeit mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder wird ein zentraler Punkt seiner Amtszeit sein. Krause betont die Notwendigkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land, trotz politischer Differenzen. "Es geht darum, gemeinsam für die Menschen in München und Bayern zu arbeiten", sagt er und unterstreicht damit seinen kooperativen Ansatz.
Persönliches und Politisches im öffentlichen Raum
Krause äußert sich kritisch zur zunehmenden Vermischung von Privatleben und Politik in sozialen Medien. "Es ist nicht die Aufgabe von Politikern, ihr Mittagessen zu posten", stellt er klar. Er plädiert für eine Rückbesinnung auf sachliche politische Arbeit und distanziert sich von oberflächlicher Selbstdarstellung. Gleichzeitig spricht er offen über die Balance zwischen öffentlicher Rolle und privaten Momenten, wie Küssen in der Öffentlichkeit, und betont die Wichtigkeit von Authentizität ohne Übertreibung.
Ausblick auf die Amtszeit
Der künftige Oberbürgermeister skizziert seine Prioritäten für München, darunter Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und digitale Transformation. Krause ist zuversichtlich, dass seine grüne Politik in der Stadt auf breite Akzeptanz stoßen wird, und sieht seine Wahl als Chance für einen frischen politischen Wind in der bayerischen Landeshauptstadt.



