Wählerwanderung in München: Grüne gewinnen massiv von SPD, Reiter verliert treue Basis
Münchner OB-Stichwahl: Grüne gewinnen massiv von SPD

Schlappe für Dieter Reiter: Wählerwanderung in München offenbart dramatische Verluste

Die genaue Analyse der Wählerwanderung für die Münchner Oberbürgermeister-Stichwahl zeigt eindrücklich, wie die Bürger auf den Bayern-Skandal von Amtsinhaber Dieter Reiter reagiert haben. Gleichzeitig wird deutlich, welche Kräfte der siegreiche Grünen-Kandidat Dominik Krause mobilisieren konnte. Die Zahlen des Statistischen Amts liefern eine überraschende Bilanz.

Dominik Krauses beeindruckende Mobilisierung

Die erstaunlichste Zahl des Wahlabends lautet: 104.700 zusätzliche Stimmen konnte der Grüne OB-Herausforderer Dominik Krause für die Stichwahl gewinnen. Besonders bemerkenswert ist dabei die Herkunft dieser Stimmen. Laut der frisch veröffentlichten Wählerwanderungsstudie stammt der Großteil – nämlich 79.900 Stimmen – direkt von der SPD. Keine neuen Stimmen erhielt Krause dagegen von der CSU.

Weitere interessante Details der Analyse:

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  • Von etwa 6.000 ehemaligen Volt-Stimmen im ersten Wahlgang gingen 3.100 zu Krause
  • 97 Prozent der Wähler aus dem ersten Wahlgang nahmen auch an der Stichwahl teil
  • Lediglich 1,6 Prozent seiner ursprünglichen Wähler blieben der Stichwahl fern
  • Nur 1,4 Prozent seiner früheren Unterstützer wechselten zu Dieter Reiter

Dieter Reiters dramatische Verluste

Der unterlegene Amtsinhaber Dieter Reiter von der SPD konnte sein Ergebnis im Vergleich zum ersten Wahlgang lediglich um 8.300 Stimmen verbessern. Zwar gewann er Stimmen von zwei Parteien hinzu:

  1. Von der CSU, die eine Wahlempfehlung für Reiter abgegeben hatte, kamen 99.000 Stimmen (81,3 Prozent der vorherigen CSU-Wähler)
  2. Von der AfD erhielt er bei der Stichwahl 21.700 Stimmen

Doch diese Zugewinne wurden durch massive Verluste mehr als ausgeglichen. Reiter verlor nicht nur die bereits erwähnten 79.900 Stimmen an die Grünen, sondern auch 47.000 Wähler, die ihn am 8. März gewählt hatten, aber bei der Stichwahl daheim blieben. Dies entspricht laut Statistischem Amt 25,3 Prozent der SPD-Wählerschaft.

Die Zahlen zeigen eine erschütternde Entwicklung für Reiter:

  • Nur ein Drittel der SPD-Wähler blieb ihm in der Stichwahl treu
  • 40,5 Prozent seiner ursprünglichen Wählerschaft wechselte zu Krause
  • Mehr ehemalige SPD-Wähler stimmten für Krause als für Reiter
  • 65,1 Prozent seiner Stichwahl-Stimmen kamen von anderen Parteien

Die daheimgebliebenen Wähler

Insgesamt blieben 85.900 Wähler im Vergleich zum ersten Wahlgang am 8. März der Stichwahl fern. Neben den 47.000 SPD-Anhängern gehören dazu:

  • 18.000 ehemalige Wähler des CSU-Kandidaten Clemens Baumgärtner
  • 8.900 Stimmen von der Linken (etwa zwei Drittel aller Linken-Stimmen aus dem ersten Wahlgang)

Das Statistische Amt erstellte diese Analyse basierend auf einem Verfahren des Statistischen Beratungslabors der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Lehrstuhl für Empirische Politikforschung von Professor Paul W. Thurner. Die Daten liefern ein klares Bild der politischen Verschiebungen in der bayerischen Landeshauptstadt.

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