Jatznick wartet auf neuen Lebensmittelladen
Die Gemeinde Jatznick in der Nähe von Pasewalk hofft auf eine neue Einkaufsmöglichkeit für ihre Einwohner. Geplant ist der Bau eines Tante-Enso-Ladens an der Jatznicker Hauptstraße, wo bereits die Fläche der ehemaligen Kaufhalle beräumt wurde. Mehr als 400 Bürger unterstützten das Vorhaben finanziell, indem sie Genossenschaftsanteile zu je 100 Euro erwarben.
Große Unterstützung aus der Bevölkerung
Bereits im Oktober 2023 fanden sich ausreichend Interessenten, um das Projekt voranzutreiben. Insgesamt 445 Jatznicker beteiligten sich an der Finanzierung. Der geplante Tante-Enso-Laden soll rund um die Uhr geöffnet haben, zeitweise mit Personal besetzt sein und Preise ähnlich wie bei Edeka bieten. Die Enso-Gruppe mit Sitz in Bremen sieht sich als Lebensmittelpionier für kleinere Orte und betreibt bereits 86 Filialen in Deutschland.
Bürgermeister Frank Schulz äußerte sich positiv über die Pläne. In Jatznick gebe es aktuell neben einer Bäckerei, einer Physiotherapie und einer Allianz-Filiale nicht mehr viele Angebote. Auch Gaststätten seien im Dorf nicht mehr vorhanden. Schulz hofft auf einen ersten Spatenstich im Herbst und darauf, dass der Laden bis 2027 realisiert werden könnte.
Brandschutz als größte Hürde
Bevor der Tante-Enso-Laden öffnen kann, müssen jedoch noch einige Herausforderungen bewältigt werden. Die größte Hürde stellt der Brandschutz dar. Für den geplanten Standort wird eine neue Löschwasserversorgung benötigt, da die vorhandene auf der anderen Straßenseite nicht ausreichend ist und nur im Ernstfall genutzt werden darf.
Um dieses Problem zu lösen, ließ die Gemeinde durch die Firma Mele aus Torgelow neben der Baufläche bohren. Bis in 90 Meter Tiefe wurde nach Wasser gesucht, doch leider erfolglos. Kein geeignetes Wasser für einen Löschwasserbrunnen konnte gefunden werden.
Alternative Lösungen im Gespräch
Nun sucht die Gemeinde nach alternativen Möglichkeiten. Eine Option könnte ein Löschwasserkissen sein, wie es bereits im Jatznicker Ortsteil Klein Luckow existiert. Ein solches Kissen fasst 100.000 Liter Wasser und wäre frostsicher. Es könnte direkt zum Löschen oder zur Befüllung von Tanklöschfahrzeugen eingesetzt werden.
Allerdings sieht Bürgermeister Schulz ästhetische Nachteile. Ein Löschwasserkissen in der Dorfmitte würde nicht besonders schön aussehen, meinte er. Vielleicht ließe es sich hinter einer Bepflanzung verstecken. Die Gemeinde prüft weiterhin verschiedene Lösungen, um den Brandschutz zu gewährleisten und den Bau des dringend benötigten Ladens nicht weiter zu verzögern.
Die Vorbereitungen für den Tante-Enso-Laden sind bereits weit fortgeschritten. Die Firma Hafftrans Ueckermünde hat im Auftrag der Gemeinde und des Bauherren die alte Kaufhalle abgerissen. Nun liegt die Fläche frei und wartet auf die Bebauung. Die Einwohner von Jatznick bleiben gespannt, ob die Gemeinde eine praktikable Lösung für die Löschwasserversorgung findet und ihr Engagement in einen neuen Lebensmittelladen münden kann.



