Norwegen: Parlamentarische Kommission soll Epstein-Verstrickungen der Elite aufklären
Norwegen: Kommission klärt Epstein-Verstrickungen der Elite auf

Norwegische Elite im Fokus: Parlament lässt Epstein-Verbindungen untersuchen

In Norwegen hat der Kontrollausschuss des Parlaments in Oslo beschlossen, die teils jahrelangen Verbindungen mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unabhängig aufarbeiten zu lassen. Die Entscheidung fiel nach neuen Enthüllungen, die beunruhigende Verflechtungen innerhalb der außenpolitischen Elite des Landes ans Licht brachten.

Prominente Namen in den Epstein-Dokumenten

Zu den Personen, deren Kontakte zu Epstein nun untersucht werden sollen, gehören die künftige Königin Norwegens, Kronprinzessin Mette-Marit, der ehemalige Regierungschef und Ex-Generalsekretär des Europarats Thorbjørn Jagland sowie das diplomatische Ehepaar Mona Juul und Terje Rød-Larsen. Gegen Jagland, Juul und Rød-Larsen laufen bereits Ermittlungen wegen des Verdachts auf schwere Korruption.

Per-Willy Amundsen, der Vorsitzende des parlamentarischen Kontrollausschusses, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur NTB: "Im Zuge der Epstein-Affäre sind beunruhigende, schwerwiegende Informationen ans Licht gekommen." Eine spezielle Untersuchungskommission soll nun den Fall Epstein und die Arbeitsweise des norwegischen Auswärtigen Dienstes in den vergangenen Jahren genau unter die Lupe nehmen.

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Kronprinzessin entschuldigt sich – Königsfamilie in der Krise

Besonders der langjährige Kontakt von Kronprinzessin Mette-Marit zu Epstein sorgte in Norwegen für erhebliche Aufregung und öffentliche Kritik. Die künftige Königin hatte sich vergangene Woche bereits für ihren Umgang mit dem Sexualstraftäter entschuldigt. Die norwegische Königsfamilie befindet sich derzeit ohnehin in einer schwierigen Phase und muss mehrere historische Krisen gleichzeitig bewältigen.

Oppositionspolitiker Amundsen äußerte sich besorgt über die aufgedeckten Verbindungen: "Es zeichnet sich ein Bild von einem Umfeld ab, das nicht gesund ist – und in dem die Korruptionsgefahr groß ist. Das muss untersucht werden. Kein Stein darf auf dem anderen bleiben."

Breite politische Unterstützung für die Untersuchung

Laut Berichten des norwegischen Rundfunks NRK gibt es für die geplante unabhängige Untersuchung breite politische Unterstützung im Parlament. Der Ausschuss plant außerdem, die norwegische Regierung in dieser Angelegenheit zu befragen. Die Kommission soll nicht nur die persönlichen Kontakte, sondern auch mögliche systemische Probleme im diplomatischen Dienst des Landes analysieren.

Internationale Dimension des Epstein-Skandals

Während Norwegen nun entschlossen handelt, kommt die Aufarbeitung des Epstein-Skandals in anderen Ländern nur langsam voran. In den USA räumte Donald Trumps ehemaliger Handelsminister Howard Lutnick nach tagelanger Kritik erstmals einen Besuch auf Epsteins Privatinsel Little St. James ein, auf der zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht worden sein sollen.

Die New York Times berichtete zudem von neuen Hinweisen auf umfangreiche Überwachungseinrichtungen in Epsteins verschiedenen Unterkünften. Aus Dokumenten geht hervor, dass Epstein 2014 einen Mitarbeiter anwies: "Lass uns drei versteckte Kameras mit Bewegungsmelder besorgen" – der Mitarbeiter antwortete später: "Es ist erstaunlich, wie klein sie sind. Ich baue sie gerade in Kleenexboxen ein."

Weitere prominente Norweger in den Dokumenten

Neben den bereits genannten Personen taucht in den Epstein-Dokumenten auch der frühere norwegische Außenminister und heutige Chef des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, auf. Experten betonen, dass eine bloße Nennung in den Dokumenten keine Schuld bedeutet, aber bemerkenswert ist, wie viele außenpolitische Vertreter des vergleichsweise kleinen Landes Norwegen in den Unterlagen erscheinen.

Die norwegische Untersuchungskommission steht vor der Aufgabe, nicht nur die individuellen Verstrickungen aufzuklären, sondern auch zu prüfen, ob strukturelle Probleme im diplomatischen Dienst des Landes bestehen, die solche Kontakte über Jahre ermöglichten.

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