In einer Woche will die Rentenkommission ihre Vorschläge der Öffentlichkeit vorstellen. Dabei lassen sich die Ergebnisse mit gesundem Menschenverstand schon heute ziemlich genau aufschreiben. Es ist nicht das letzte Abendmahl, aber die wundersame Brotvermehrung wird es auch nicht. Das politische Berlin wartet mit Spannung auf die Ergebnisse der Rentenkommission, die am Montagabend zu einem letzten gemeinsamen Abendessen zusammenkommt. Die Politiker und Wissenschaftler werden dann am 23. Juni ihre Vorschläge präsentieren.
Die Rente mit 63 steht vor dem Aus
Dabei müssten Kanzler Friedrich Merz und sein Vizekanzler Lars Klingbeil die Pressekonferenz gar nicht abwarten. Die Ergebnisse lassen sich mit gesundem Menschenverstand schon heute aufschreiben. Das Ende der sogenannten Rente mit 63 ist unausweichlich. Es ist ein Unding, dass jedes Jahr Zehntausende Menschen freiwillig und vorzeitig aus dem Arbeitsprozess ausscheiden und die Politik sich gleichzeitig über Fachkräftemangel beklagt und vor der demografischen Entwicklung warnt, die unsere Sozialversicherungssysteme bedroht.
Vertrauensschutz und längeres Arbeiten
Es muss einen gewissen Vertrauensschutz geben, aber so wie bislang kann es nicht weiterlaufen. Die Wahrheit wird wohl sein, dass wir alle länger arbeiten müssen. Vielleicht nicht auf den Punkt genau bis 70. Aber an der Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung führt kein Weg vorbei.
Die Kommission wird voraussichtlich vorschlagen, die Rente mit 63 schrittweise abzuschaffen und das Renteneintrittsalter dynamisch an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Dies würde bedeuten, dass die Babyboomer-Generation noch von Übergangsregelungen profitieren könnte, während jüngere Jahrgänge mit einem höheren Renteneintrittsalter rechnen müssten. Die genauen Details werden mit Spannung erwartet, doch die Richtung ist klar: Die Rente mit 63 hat keine Zukunft.



