Gedächtniskirche: Umbau des Alten Turms startet im Herbst
Gedächtniskirche: Umbau des Alten Turms startet im Herbst

Berliner Wahrzeichen: Umbau der Gedächtniskirche startet im Herbst

Der Alte Turm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin wird umfassend um- und ausgebaut. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll der Umbau im September beginnen und voraussichtlich zwei Jahre dauern. Ziel der Arbeiten ist es, die bisher nur in der Gedenkhalle gezeigte Ausstellung nach oben in den Turm zu erweitern und neu zu gestalten. Zudem sollen künftig Turmbesteigungen möglich sein.

Charakter des Mahnmals bleibt erhalten

Auch wenn die Turmruine im Inneren umgestaltet wird, soll der Charakter des ikonischen Mahnmals gegen den Krieg erhalten bleiben und als authentischer Ort sogar besser erfahrbar werden. Das Äußere des Turms bleibt nahezu unverändert. Turmbesteigungen und der Besuch der kompletten Ausstellung werden allerdings voraussichtlich kostenpflichtig sein. Die Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche als Eigentümerin hatte dies bereits im Oktober 2023 angekündigt, als die Umbaupläne vorgestellt wurden. Ein endgültiger Beschluss über die Kostenpflicht und mögliche Ticketpreise steht jedoch noch aus.

Kostenloser Zugang bei Gottesdiensten

Bei Gottesdiensten und Andachten soll die große Halle des Alten Turms weiterhin kostenlos zugänglich sein. Gleiches gilt für die 1961 eröffnete und von Egon Eiermann gestaltete Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die vom Umbau des Alten Turms nicht betroffen ist.

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Neugestaltung von irischem Architekturbüro

Die Neugestaltung des Alten Turms wurde vom irischen Architekturbüro heneghan peng architects entworfen, das als Gewinner aus einem Architektenwettbewerb hervorging. Erstmals werden Besucher die oberen Ebenen der Turmruine des 1895 eingeweihten und im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Kirchengebäudes betreten können. Von der Halle im Erdgeschoss führt der wiederhergestellte Treppenaufgang in die erste Ebene, weiter nach oben gehen Treppen am Rand des Turms.

Touristisches Potenzial soll besser ausgeschöpft werden

Das nach dem Krieg hinzugefügte Dach an der Spitze des gebrochenen Kirchturms soll entfernt werden, sodass Besucher künftig aus der Ruine in den Himmel blicken können. Um allen Besuchern Zugang zum oberen Teil der Ausstellung zu ermöglichen, wird in die südliche Apsis ein Aufzug integriert. Ein neues Lichtkonzept soll den Bau besser zur Geltung bringen. Der Umbau zielt darauf ab, das touristische Potenzial der Turmruine umfangreicher auszuschöpfen.

Kosten und Finanzierung

Die Neugestaltung kostet voraussichtlich rund elf Millionen Euro. Davon stammen etwa neunzig Prozent aus dem Förderprogramm „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Den Rest muss die Stiftung selbst aufbringen. Sie ist dringend auf Einnahmen nach dem Umbau angewiesen, da allein Unterhalt und Instandhaltung des denkmalgeschützten Kirchenensembles jährlich sechsstellige Summen kosten und Sanierungen in die Millionen gehen.

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