30 Jahre nach der letzten Landung: Die Geschichte der DDR-Fluggesellschaft Interflug
30 Jahre nach der letzten Landung: Die Geschichte der DDR-Fluggesellschaft Interflug

Berlin (dpa) - Vor 30 Jahren, am 30. April 1991, landete die letzte Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug in Berlin-Schönefeld. Eine Tupolew aus Wien war der letzte Flug der staatlichen Airline, die einst der Stolz der DDR war. Heute erinnern nur noch Relikte wie die Iljuschin Il-62 „Lady Agnes“ auf einer Wiese bei Berlin an die Fluggesellschaft.

Die Interflug war mehr als nur eine Fluggesellschaft: Sie war ein Symbol für die Möglichkeiten und Grenzen der DDR. Fliegen war ein Privileg, und Stewardessen wie Andrea Beu wurden in der S-Bahn bewundert. „Saftschubse hätte damals niemand gesagt“, erinnert sich die ehemalige Flugbegleiterin. Die Crews für Flüge in den Westen wurden von der Stasi sorgfältig ausgewählt, um Republikflucht zu verhindern.

In 33 Jahren Flugbetrieb erlebte die Interflug Höhen und Tiefen. Höhepunkte waren die Leipziger Messen mit Sonderflugprogrammen, aber auch die größte Flugzeugkatastrophe auf deutschem Boden: 1972 stürzte eine Iljuschin Il-62 bei Königs Wusterhausen ab, alle 156 Insassen starben. Skurrile Geschichten aus dem Kalten Krieg ranken sich um Charterflüge mit westdeutschen Touristen oder den Transport von 80.000 Küken nach Syrien.

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Nach der Wende wurde die Interflug 1991 von der Treuhand liquidiert, obwohl die Mitarbeiter auf eine Übernahme durch Lufthansa oder British Airways gehofft hatten. „Wir waren alle davon ausgegangen, dass wir unsere Strecken weiterfliegen würden“, sagt die ehemalige Betriebsrätin Ilona Ritter. Die Enttäuschung war groß. Heute halten ehemalige Mitarbeiter noch Kontakt und feiern Jahrestage. Sammler handeln mit Relikten wie Pilotenmützen und Biergläsern mit Interflug-Emblem.

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