Dramatischer Munitionsmangel bei ukrainischen F-16-Piloten: Gebrauchte Raketen mussten wiederverwendet werden
Ukrainische F-16-Piloten nutzten gebrauchte Raketen erneut

Dramatischer Munitionsmangel bei ukrainischen F-16-Piloten

Ausgerechnet kurz vor massiven russischen Angriffen im Winter 2024 hatte die ukrainische Luftwaffe wochenlang mit einem akuten Munitionsmangel zu kämpfen. Das haben Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters enthüllt. Zwischen Ende November und Mitte Dezember verfügten Kiews F-16-Piloten über mehr als drei Wochen hinweg nicht über genügend Raketen, um die verstärkten Attacken auf die Energie-Infrastruktur wirksam abzuwehren.

Notlösung mit gebrauchten Raketen

Als die Lieferungen der Verbündeten ins Stocken kamen, sollen Selenskyjs Piloten nur noch über eine Handvoll „Sidewinder“-Raketen (Typ AIM-9) aus den USA verfügt haben – und das für das gesamte Geschwader. In ihrer Not griffen die Piloten sogar auf bereits gebrauchte Raketen zurück, die bei früheren Einsätzen nicht gezündet hatten. Sie hofften darauf, dass die Raketen nach einer Wartung bei ihrer zweiten Verwendung funktionieren würden. In einigen Fällen war diese Notlösung tatsächlich erfolgreich.

Partner bestätigen erschöpfte Bestände

Die Enthüllung zeigt deutlich, wie prekär die Situation der ukrainischen Luftabwehr im tiefsten Winter zeitweise war. Die Kampfpiloten flogen demnach auch Einsätze bei Tageslicht und versuchten, nahende Drohnen mit ihren Bordkanonen unschädlich zu machen. Die Ursache des plötzlichen Raketenmangels blieb zunächst unklar. Ausländische Partner hatten gegenüber Kiew jedoch kommuniziert, dass sie über keine Bestände mehr verfügten, berichtete der Insider. Um welche Partner es sich dabei genau handelte, wurde nicht öffentlich gemacht.

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Lücke konnte geschlossen werden

Kurz vor dem Beginn der großen russischen Angriffswelle wurde die Munitionslücke jedoch geschlossen. Von nicht genannten Partnern seien Luft-Luft-Raketen geliefert worden. Ein weiterer mit der Situation vertrauter Insider berichtete, Deutschland und Kanada hätten in den vergangenen Monaten Raketen vom Typ AIM-9 geliefert. Das kanadische Verteidigungsministerium erklärte dazu, man spende AIM-9M-8-Raketen aus Beständen der Streitkräfte. Das deutsche Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme zu spezifischen Lieferungen ab.

Auch das US-Verteidigungsministerium und die ukrainische Luftwaffe äußerten sich nicht zu den Engpässen. Ein US-Regierungsvertreter betonte lediglich, Washington unterstütze die Ukraine durch Waffenverkäufe über die Nato und habe „enorme Fortschritte“ auf dem Weg zu einem Friedensabkommen gemacht.

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