Im Norden Italiens sorgt die Bärenpopulation erneut für Aufsehen. Nach einem Bericht des italienischen „Corriere della Sera“ wurden in der Provinz Trient zwei Bärinnen illegal getötet. Die Tiere mit den Kennzeichnungen F32 und F104 wurden zwischen den Ortschaften Crocifisso und Prà del Conz tot aufgefunden – genau entlang jener Forststraße, auf der im April 2023 der 26-jährige Jogger Andrea Papi bei einem Bärenangriff ums Leben kam.
Hintergrund: Tödlicher Angriff vor drei Jahren
Der Tod von Andrea Papi hatte damals eine breite gesellschaftliche und juristische Debatte über den Umgang mit den Bären in der Region ausgelöst. Die Bärin JJ4 hatte den jungen Mann nahe Caldes attackiert und tödlich verletzt. Seither ist die Diskussion um Abschüsse und Schutzmaßnahmen nicht abgerissen. Immer wieder tauchen Bären in Dörfern auf, insbesondere in der Nähe des Gardasees, und durchwühlen Mülltonnen – dokumentiert durch zahlreiche Videos in sozialen Medien.
Illegale Tötungen: Fünf Bären in zwei Jahren
Mit den beiden neuen Fällen steigt die Zahl der illegal getöteten Bären in der Region innerhalb von zwei Jahren auf fünf. Die Provinz Trient informierte laut „Südtirol News“ erst Monate später über den Abschuss der Bärin F32, nachdem die Ermittlungen bereits eingestellt worden waren. Über mögliche Täter ist bislang nichts bekannt. Die Behörden gehen von Wilderei aus.
Bestand und Schutzmaßnahmen
Laut „Alpenverein Südtirol“ lebten im Mai 2023 rund 100 Bären im Trentino, davon etwa 90 Prozent in der Gebirgsgruppe Brenta. In Südtirol wurden damals drei männliche Bären nachgewiesen. Aktuelle Zahlen für das Frühjahr 2026 liegen nicht vor. Die Diskussion über den richtigen Umgang mit den Raubtieren hält an – zwischen Artenschutz und Sicherheitsbedenken der Bevölkerung.



