Tragischer Verkehrsunfall in Schramberg: Mutter und Kind sterben nach Lkw-Kollision
In der Schwarzwald-Gemeinde Schramberg hat sich am Dienstagmorgen ein schwerer Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ereignet. Ein Lastwagenfahrer verlor gegen 9:00 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug, erfasste dabei eine 29-jährige Frau und ihren dreijährigen Sohn auf dem Gehweg. Trotz sofortiger Reanimationsversuche durch Rettungskräfte und Passanten starben beide noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen.
Außer Kontrolle geratener Transporter rast in Hauswand
Nach Angaben der Polizei kam der 53-jährige Lkw-Fahrer von der Straße ab, kollidierte mit zwei geparkten und einem fahrenden Auto, bevor er die Mutter und ihr Kind erfasste. Erst die Hauswand einer ehemaligen Gaststätte brachte den Transporter zum Stehen. Das Führerhaus des Lastwagens steckte teilweise in der Fassade, die Front war stark demoliert. Ein gelber Bremskeil wurde angebracht, um weitere Bewegungen des Fahrzeugs zu verhindern.
Der Lkw-Fahrer konnte sich nach Polizeiangaben leicht verletzt selbst aus dem Fahrzeug befreien und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Aus seiner Aussage geht hervor, dass er das Bewusstsein verloren hatte. „Nach ersten Erkenntnissen spielen Alkohol oder Drogen keine Rolle bei dem Unfall“, betonte Daniel Brill, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Die Ermittlungen deuten auf medizinische Ursachen hin.
„Trifft uns ins Herz der Stadt“ – Gemeinde in Schock
Die Bilder vom Unfallort zeigen ein „relativ großes Trümmerfeld“, wie Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle, Einsatzleiter der Schramberger Feuerwehr, beschreibt. Zwei demolierte Autos liegen wie Spielzeugfahrzeuge auf der Seite, eine Straßenlaterne ist verbogen, ein Verkehrsschild liegt auf dem Weg, Lacksplitter und Glas verteilen sich über die Fahrbahn.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (parteilos) zeigte sich tief betroffen: „Das trifft uns ins Herz der Stadt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen all unser Mitgefühl gilt.“ Die Gemeinde hat für die Hinterbliebenen den Festsaal geöffnet und den psychosozialen Dienst bereitgestellt, um in dieser schweren Zeit beizustehen.
Evakuierung und Sachschaden im sechsstelligen Bereich
Aus dem Haus der früheren Gaststätte wurden vorübergehend etwa ein halbes Dutzend Menschen evakuiert, konnten aber später zurückkehren. Das Erdgeschoss, das unbewohnt ist, wird noch auf strukturelle Schäden überprüft. Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf „im niederen sechsstelligen Bereich“ geschätzt.
Ein Sachverständiger wurde beauftragt, die genauen Umstände des Unfalls zu klären. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich auf die medizinische Vorgeschichte des Fahrers und technische Aspekte des Fahrzeugs.
Erinnerungen an ähnliche Tragödie in Esslingen
Der Unfall weckt schmerzhafte Erinnerungen an einen ähnlichen Vorfall in Esslingen Ende Oktober 2024. Damals hatte ein 54-jähriger Mann beim Heranfahren an eine rote Ampel das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und sein Fahrzeug mit fast 100 km/h auf den Gehweg gelenkt. Dabei starben eine 39-jährige Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Der Prozess gegen den Fahrer läuft derzeit vor dem Amtsgericht Esslingen, ein Urteil wird für Mitte April erwartet.
Schramberg, im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg gelegen, ist mit rund 21.000 Einwohnern bekannt für seine traditionsreiche Uhrenindustrie und den spektakulären Fastnachtsumzug „Da-Bach-na-Fahrt“. Die Stadt erstreckt sich in mehreren Tälern entlang des Flusses Schiltach und ist normalerweise ein Ort des friedlichen Zusammenlebens – umso erschütternder wirkt dieser tragische Vorfall auf die Gemeinschaft.



