48-Stunden-Warnstreik legt Berliner Nahverkehr lahm - Verhandlungen festgefahren
48-Stunden-Warnstreik legt Berliner Nahverkehr lahm

48-Stündiger Warnstreik bringt Berliner Nahverkehr zum Stillstand

Seit den frühen Morgenstunden steht der Berliner Nahverkehr aufgrund eines umfangreichen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi weitgehend still. "Der Streik hat begonnen", bestätigte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht. Für volle 48 Stunden sollen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen in den Depots verbleiben, bevor der Verkehr planmäßig zum Betriebsbeginn am Sonntagmorgen wieder anlaufen wird.

Bundesweite Streikwellen und Berliner Besonderheiten

Der aktuelle Arbeitskampf reiht sich in eine Serie von bundesweiten Warnstreiks ein, die Verdi im Rahmen parallel laufender Tarifrunden bei Nahverkehrsunternehmen in fast allen Bundesländern organisiert hat. In der Hauptstadt handelt es sich bereits um den zweiten Warnstreik in der aktuellen Tarifauseinandersetzung mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), nachdem Anfang Februar bereits ein 24-stündiger Ausstand stattfand.

Nicht betroffen von den Streikmaßnahmen sind der S-Bahn- und Regionalbahnverkehr in der Hauptstadtregion, da diese Verkehrsmittel von der Deutschen Bahn und anderen Unternehmen betrieben werden, die nicht Teil der aktuellen Tarifverhandlungen sind.

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S-Bahn reagiert mit Zusatzangeboten

Die Berliner S-Bahn hat als Reaktion auf den Streik zusätzliche Fahrten angekündigt. Zwischen 9.00 und 14.00 Uhr werden auf der Linie S5 im Abschnitt Mahlsdorf-Ostbahnhof zusätzliche Züge verkehren. Am Samstag plant die S-Bahn zudem, die Fahrten der S26 über den Potsdamer Platz hinaus bis zum Bahnhof Gesundbrunnen zu verlängern, um die eingeschränkten Verkehrsverbindungen teilweise zu kompensieren.

Verhandlungen über Arbeitsbedingungen festgefahren

Die BVG kritisierte den Warnstreik scharf als "völlig unverhältnismäßige Eskalation" und wies darauf hin, dass die Verhandlungen in Berlin im vereinbarten Zeitplan lägen. "Und trotzdem eskaliert Verdi Berlin, um einer bundesweiten Verdi-Dramaturgie zu folgen, ohne die Berliner Realität anzuerkennen", lautete die deutliche Kritik des Verkehrsunternehmens.

Auf der anderen Seite betonte die Gewerkschaft, dass der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und die BVG in den bisherigen drei Gesprächsrunden den Einstieg in substanzielle Verhandlungen verweigert hätten, was zum aktuellen Arbeitskampf geführt habe.

Kernforderungen der Beschäftigten

Im Zentrum der Verhandlungen steht nicht die Lohnfrage, sondern der sogenannte Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt. Die Arbeitnehmerseite fordert unter anderem:

  • Mehr Urlaubstage für die Beschäftigten
  • Eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden
  • Erhöhtes Urlaubsgeld mit der Möglichkeit der Umwandlung in freie Tage

"Bei den Wendezeiten geht es nicht nur um Würde, sondern auch um Gesundheitsschutz", teilte Verdi mit und verwies auf die besonderen Belastungen im Berufsalltag der Verkehrsbeschäftigten.

Die Arbeitgeberseite besteht ihrerseits darauf, dass die Gewerkschaft ihre Forderungen stärker priorisieren müsse, um dann über die wesentlichen Punkte in inhaltliche Gespräche einsteigen zu können. Verdi wiederum fordert zunächst ein konkretes Angebot der BVG, bevor weitere Verhandlungen möglich sind.

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