Brandenburg erleichtert Wolfsabschuss durch Aufnahme ins Jagdrecht
Potsdam • Der Brandenburger Landtag hat einen bedeutenden Schritt im Umgang mit dem Wolf vollzogen. Mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, CDU und BSW wurde beschlossen, den Wolf ins Landesjagdrecht aufzunehmen. Dies soll es ermöglichen, gefährliche Wölfe zum Schutz von Weidetieren wie Schafen und Ziegen leichter abzuschießen. Die Mitglieder der AfD-Fraktion stimmten dagegen oder enthielten sich, während der Wolf zugleich weiterhin als streng geschützte Art eingestuft bleibt.
Handlungsfähigkeit gegen schadenstiftende Wölfe
Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahme. „Unser Ziel ist es, durch die Überführung des Wolfsmanagements ins Jagdrecht handlungsfähiger zu sein und somit schadenstiftende Wölfe einfacher entnehmen zu können“, teilte sie mit. Sie verwies darauf, dass die bisherigen Regelungen des Artenschutzrechts in Deutschland häufig zu langwierig, bürokratisch und mit großer Rechtsunsicherheit verbunden waren. Die Neuregelung zielt darauf ab, diese Hindernisse zu überwinden und einen effektiveren Schutz für Nutztiere zu gewährleisten.
Bundesweite Neuregelung und Abstimmungen
Anfang März hatte bereits der Bundestag den leichteren Abschuss von Wölfen beschlossen, um Weidetiere besser zu schützen, insbesondere wenn Wölfe Zäune überwinden und Tiere reißen. Allerdings muss noch der Bundesrat zustimmen, bevor diese Neuregelung in Kraft treten kann. Für die Sitzung am 27. März steht dieser Punkt auf der Tagesordnung. Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz erhalten die Bundesländer die Möglichkeit, die Zahl der Wölfe in Regionen mit hohem Bestand zu reduzieren, um Weidetiere zu schützen.
Nach Angaben des Agrarministeriums soll ein Managementplan die Voraussetzungen und Abläufe der Wolfsjagd regeln, sobald der Wolf in das Bundesjagdgesetz aufgenommen ist. Brandenburg stimmt sich derzeit mit Nachbarländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ab, um die Bundesregelungen praxisnah und rechtssicher umzusetzen.
Hintergrund und Kontroversen
Brandenburg gilt als eines der Länder mit den meisten Wolfsrudeln in Deutschland. Der Wolf ist streng geschützt, doch es kommt immer wieder zu Todesfällen von Nutztieren wie Schafen und Ziegen. Der Abschuss von Wölfen ist jedoch umstritten. Der Naturschutzbund Nabu lehnt eine Wolfsjagd ab und ruft zum Protest auf, da er befürchtet, dass dies den Artenschutz untergräbt. Die Debatte spiegelt die Spannung zwischen dem Schutz von Weidetieren und dem Erhalt einer geschützten Tierart wider.
Die Entscheidung des Brandenburger Landtags markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Wolfsmanagement-Politik und könnte als Vorbild für andere Bundesländer dienen, die ähnliche Herausforderungen mit wachsenden Wolfspopulationen und Nutztierverlusten bewältigen müssen.



