Brandenburgs Bildungsminister: Vom faulen Schüler zum Reformator mit Lehrer-Lob
Brandenburgs neuer Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) startet seinen neuen Job trotz einer bewegten Schulbiografie mit dem Rückenwind eines früheren Lehrers. Der Politiker erhielt persönliche Glückwünsche von seinem ehemaligen Klassenleiter, der stolz auf den Werdegang seines Schülers ist.
Persönliche Botschaft vom Ex-Lehrer
„Es ist tatsächlich so, dass mein ehemaliger Klassenleiter, Herr Giske, mir direkt geschrieben hat und mir auch gesagt hat, dass er sehr, sehr stolz darauf ist, dass sein ehemaliger Schüler am Ende doch noch irgendwo angekommen ist“, sagte Hoffmann nach seiner Ernennung zum Minister. Andreas Giske war sein Klassenleiter an der Polytechnischen Oberschule in Breese bei Bad Wilsnack und verfolgte Hoffmanns Entwicklung von einem schwierigen Schüler zum Spitzenpolitiker.
Bewegte Schulzeit mit Hindernissen
Der Prignitzer hatte eine äußerst bewegte Schul- und Ausbildungszeit hinter sich. „Ich war stinkend faul“, zitierte der „Tagesspiegel“ ihn von einer Rede auf dem CDU-Landesparteitag 2023. Hoffmann gestand offen, dass er selbst fast einer der Jugendlichen ohne Abschluss geworden wäre und den Abschluss der zehnten Klasse nur „mit Hängen und Würgen“ geschafft habe.
Seine berufliche Laufbahn begann holprig:
- Die Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer brach er kurz vor der Prüfung ab
- Er entschied sich für den zweiten Bildungsweg
- Begann ein Fachschulstudium in Sozialpädagogik
- Studierte später Soziale Arbeit
Politische Karriere und neue Aufgaben
Der ausgebildete Erzieher ist seit 2009 Landtagsabgeordneter in Brandenburg. 2018 wurde er Landesgeschäftsführer der CDU Brandenburg, ein Jahr später Generalsekretär – und nun leitet er eines der wichtigsten Ressorts der Landesregierung. Die CDU übernimmt das Bildungsressort von der SPD, die es mehr als 30 Jahre innehatte.
Pläne für die Bildungspolitik
Am Tag seiner Vereidigung als Bildungsminister kündigte Hoffmann an: „Ich habe vor, ganz viele Schulen zu besuchen und viel mit den Leuten zu sprechen.“ Die CDU plant, neue Lehrpläne auf den Weg zu bringen und das Bildungssystem in Brandenburg grundlegend zu reformieren. Hoffmanns persönliche Erfahrungen mit Bildungsherausforderungen könnten dabei eine besondere Perspektive einbringen.
Der Minister betonte, dass er trotz seiner eigenen schulischen Schwierigkeiten den Wert von Bildung erkannt habe und nun andere Schüler unterstützen wolle. Seine Geschichte zeigt, dass auch ein holpriger Start keine unüberwindbare Hürde für eine erfolgreiche Karriere darstellen muss.



