Rolltreppen-Stillstand bei der Bahn: Erste Anlagen in Berlin sollen ab Samstag wieder rollen
Nach dem massiven Ausfall Dutzender Rolltreppen in Berliner Bahnhöfen kündigt die Deutsche Bahn erste Wiederinbetriebnahmen für das kommende Wochenende an. Besonders betroffen sind der Berliner Hauptbahnhof und der Bahnhof Südkreuz, wo seit Mittwoch zahlreiche Anlagen stillstehen.
Erste Rolltreppen sollen im Hauptbahnhof wieder anrollen
„Ziel ist es, sämtliche Rolltreppen so schnell wie möglich wieder in Gang zu setzen“, teilte die Bahn mit. Die ersten Wiederinbetriebnahmen sollen demnach bereits am Samstag im Berliner Hauptbahnhof erfolgen. Wie viele Anlagen genau wieder laufen werden, hänge vom Fortschritt der laufenden Prüfungen und Reparaturarbeiten ab.
Im Berliner Hauptbahnhof sind aktuell 42 von insgesamt 54 Rolltreppen außer Betrieb. Am Bahnhof Südkreuz stehen weitere zehn Anlagen still. Die Bahn setzt eigene Mitarbeiter ein, die vor Ort für Auskünfte bereitstehen sollen.
Bundesweite Probleme bei bestimmten Rolltreppentypen
Die Stillstände betreffen nicht nur Berlin. Bundesweit sind insgesamt 130 Rolltreppen von den Problemen betroffen. Neben den Berliner Bahnhöfen stehen auch Anlagen am Bahnhof Flughafen Köln/Bonn sowie in Frankfurt am Main, Dresden, Essen, Hamburg und Düsseldorf still.
Grund für die umfangreichen Ausfälle sind technische Probleme bei einem bestimmten Rolltreppentyp. Zwei Anlagen dieses Typs seien zuletzt mitten im Betrieb abrupt stehengeblieben, wie die Bahn mitteilte. Alle betroffenen Rolltreppen müssen nun umfassend überprüft und gegebenenfalls repariert werden.
Besondere Herausforderungen für mobilitätseingeschränkte Reisende
Die Einschränkungen stellen vor allem mobilitätseingeschränkte Menschen vor erhebliche Probleme. Im Berliner Hauptbahnhof, wo Ankunft, Bahnverkehr und Einzelhandel auf vier Ebenen verteilt sind, funktionieren derzeit lediglich die Rolltreppen zwischen der dritten und vierten Ebene, die zu den S- und Fernbahngleisen ganz oben im Bahnhof führen.
Aufzüge stehen zwar zur Verfügung, doch diese benötigen aufgrund der komplexen Ebenenstruktur oft mehrere Minuten, um überhaupt am gewünschten Startpunkt anzukommen. Zudem sind wegen des zu erwartenden höheren Andrangs längere Wartezeiten zu befürchten. Die Bahn ruft daher ausdrücklich dazu auf, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen stets vorzulassen.
Berliner Hauptbahnhof als besonders betroffener Verkehrsknotenpunkt
Der Berliner Hauptbahnhof gehört mit rund 330.000 Reisenden und Besuchern pro Tag zu den am stärksten frequentierten Bahnhöfen Deutschlands. Die aktuellen Einschränkungen beeinträchtigen daher den Verkehrsfluss erheblich und stellen sowohl für Pendler als auch für Touristen eine besondere Herausforderung dar.
Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Behebung der Probleme. Bis alle betroffenen Rolltreppen wieder vollständig in Betrieb sind, werden jedoch noch weitere Tage vergehen. Reisende werden gebeten, sich auf längere Wegezeiten und mögliche Umwege einzustellen.



