Linke in Berlin: Einsamkeit als unterschätzte soziale Herausforderung
Linke: Einsamkeit als unterschätztes Problem in Berlin

Linke in Berlin: Einsamkeit als unterschätzte soziale Herausforderung

In Großstädten wie Berlin ist Einsamkeit ein weit verbreitetes Phänomen, das nach Ansicht der Berliner Linke-Fraktion als soziales Problem und politische Herausforderung noch immer unterschätzt wird. Während der Klausurtagung der Abgeordneten in Rostock wurden konkrete Maßnahmen diskutiert, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Mangelnde Hilfsangebote und notwendige Infrastruktur

Aus Sicht der Linke-Fraktion besteht bei Hilfsangeboten gegen Einsamkeit und soziale Isolation in der Hauptstadt erheblicher Nachholbedarf. Dringend notwendig sei die Stärkung der sozialen Infrastruktur sowie die Schaffung von mehr Räumen, in denen Menschen sich ohne Konsumzwang begegnen können. Die Fraktion fordert insbesondere:

  • Eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung für Stadtteil- und Familienzentren, Jugendklubs und Mehrgenerationenhäuser
  • Die stärkere Öffnung öffentlicher Räume wie Schulen, Bibliotheken oder Rathäuser für nachbarschaftliche Aktivitäten
  • Die Einrichtung sogenannter Kiezkantinen in allen Berliner Bezirken, die preiswerte Mahlzeiten anbieten und als Begegnungsstätten dienen sollen

Einsamkeit als soziale Frage und politische Aufgabe

„Einsamkeit ist eine soziale Frage. Sie verschärft sich in Berlin: durch hohe Fluktuation und Verdrängung von Menschen aus ihren Kiezen, durch Wegfall von Treffpunkten wie Kiezkneipen oder Jugendclubs“, erklärte Linke-Fraktionsvorsitzender Tobias Schulze. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sei ein mehrdimensionaler Ansatz erforderlich.

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Die Linke macht sich für ein Landesprogramm zur sozialen Überweisung (Social Prescribing) stark, bei dem Menschen mit psychosozialem Unterstützungsbedarf gezielt in nicht-medizinische Angebote wie Begegnungsstätten oder Kulturprojekte vermittelt werden. Dies soll dazu beitragen, Isolation zu überwinden und soziale Kontakte zu fördern.

Ressortübergreifende Strategie gefordert

Um Einsamkeit wirksam zu bekämpfen, betont die Fraktion die Notwendigkeit, Armut zu bekämpfen, Verdrängungsprozesse aus den Kiezen zu verhindern und das Ehrenamt zu stärken. „Wir wollen eine ressortübergreifende Strategie auf Landesebene unter Federführung der Sozialverwaltung, die dafür mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet werden muss“, so Schulze weiter.

Die Berliner Linke sieht in der Bekämpfung von Einsamkeit somit nicht nur eine sozialpolitische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die konkrete Maßnahmen und nachhaltige Investitionen in die soziale Infrastruktur der Hauptstadt erfordert.

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