Lohnlücke stagniert in Berlin, wächst in Brandenburg - Ost-West-Gefälle bleibt
Lohnlücke: Berlin stagniert, Brandenburg wächst

Lohnlücke stagniert in Berlin, wächst in Brandenburg - Ost-West-Gefälle bleibt

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zeigt in den Hauptstadtregionen unterschiedliche Entwicklungen. Während die Ungleichheit in Berlin unverändert bleibt, ist sie im benachbarten Brandenburg deutlich angestiegen. Diese aktuellen Zahlen verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Gleichstellung der Geschlechter im Arbeitsmarkt.

Berlin: Stagnation auf hohem Niveau

Frauen verdienten im vergangenen Jahr in Berlin durchschnittlich 10 Prozent weniger pro Arbeitsstunde als ihre männlichen Kollegen. Dieser Wert, der als unbereinigter Gender Pay Gap bezeichnet wird, blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bestätigte diese stagnierende Entwicklung in der Hauptstadtregion.

Brandenburg: Deutlicher Anstieg der Lohnlücke

In Brandenburg zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab. Die Lohnlücke stieg von 2 Prozent im Jahr 2024 auf 4 Prozent im Jahr 2025. Damit hat sich die Ungleichheit in diesem Bundesland innerhalb eines Jahres verdoppelt. Besonders bemerkenswert ist dieser Anstieg, da Brandenburg im Vorjahr noch die geringste Lohnlücke aller Bundesländer aufwies.

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Ost-West-Gefälle bleibt bestehen

Die regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands bleiben weiterhin deutlich ausgeprägt. Während im Osten der Republik die Lohnlücke durchschnittlich bei 5 Prozent liegt, klafft im Westen eine deutlich größere Differenz von 17 Prozent. Beide Werte zeigen, dass strukturelle Unterschiede zwischen den Regionen weiterhin bestehen.

Bundesweite Entwicklung

Auf Bundesebene blieb die Lohnlücke im Jahr 2025 unverändert bei 16 Prozent. Damit liegen sowohl Berlin als auch Brandenburg unter dem nationalen Durchschnitt. Diese Stagnation folgt auf eine positive Entwicklung im Vorjahr, als sich die Lücke bundesweit um 2 Prozentpunkte verringert hatte.

Historischer Vergleich und Spitzenpositionen

Im langfristigen Vergleich zeigt sich eine positive Entwicklung. Im Jahr 2006 betrug der unbereinigte Gender Pay Gap noch 23 Prozent, was einen deutlichen Rückgang über die letzten zwei Jahrzehnte darstellt. Nach dem Anstieg in Brandenburg teilt sich das Bundesland seine Spitzenposition mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, wo die Lücke ebenfalls bei 4 Prozent liegt.

Equal Pay Day als symbolischer Marker

Der unbereinigte Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, ohne strukturelle Faktoren wie Qualifikation, Tätigkeit oder Beschäftigungsumfang zu berücksichtigen. Mit dem Equal Pay Day, der an diesem Freitag begangen wird, soll auf diese anhaltenden Ungleichheiten aufmerksam gemacht werden.

Der symbolische Tag markiert den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem Frauen rechnerisch ohne Bezahlung arbeiten, während Männer bereits seit Jahresbeginn entlohnt werden. Diese jährliche Kampagne unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen zur Verringerung der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in Deutschland.

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