Waschbären-Plage in Berlin: Immer mehr Beschädigungen an Infrastruktur durch invasive Tiere
In Berlin nehmen die Konflikte mit Waschbären deutlich zu. Die intelligenten, aber invasiven Tiere verursachen zunehmend Schäden an Gebäuden und technischen Einrichtungen in der Hauptstadt. Bei den Behörden gehen immer mehr Beschwerden der Bevölkerung ein, wie der Berliner Senat in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen bestätigte.
Vielfältige Schäden an sensiblen Einrichtungen
Die Liste der betroffenen Orte liest sich wie ein Querschnitt durch die Berliner Infrastruktur. Waschbären haben bereits Schäden verursacht an:
- Medizinischen Einrichtungen wie der Charité und Arztpraxen
- Bildungsstätten wie Schulen und Oberstufenzentren
- Versorgungseinrichtungen wie Heizkraftwerken, Wasserwerken und Schwimmbädern
- Wirtschaftsgebäuden wie Firmengeländen und BSR-Gebäuden
- Wohngebäuden und Parkanlagen
- Forst- und Militäreinrichtungen wie Revierförstereien und Kasernen
Die Tiere richten sich besonders gerne in Gebäudeteilen wie Dächern ein, wo sie Isolierungen, Leitungen und Dachkonstruktionen beschädigen. Dies führt nicht nur zu materiellen Schäden, sondern kann auch hygienische Probleme verursachen.
Maßnahmen und Bestandskontrolle
Von 2020 bis 2025 wurden in Berlin 83 Waschbären getötet. In 24 dieser Fälle geschah dies zum Schutz sensibler Infrastruktur, zur Abwendung von Objektschäden oder aus hygienischen Gründen. Der Senat betont jedoch, dass diese gezielten Tötungen einzelner Tiere den Gesamtbestand nicht reduzieren. Sie finden ausschließlich in konkreten Konfliktfällen statt, wenn andere Lösungen nicht möglich sind.
Inzwischen ist die Jagd auf Waschbären in Berlin – wie in vielen anderen Bundesländern auch – während des gesamten Jahres möglich. Dies soll helfen, akute Probleme schneller zu lösen, stellt aber keine langfristige Lösung für die wachsende Population dar.
Historischer Hintergrund und aktuelle Entwicklung
Waschbären sind vor Jahrzehnten nach Deutschland und Berlin eingewandert und haben sich hier erfolgreich etabliert. Ihre Anpassungsfähigkeit und Intelligenz machen sie zu geschickten Überlebenskünstlern, die sich auch in urbanen Gebieten wohlfühlen. Die zunehmende Verstädterung und der Mangel an natürlichen Feinden begünstigen ihre Ausbreitung.
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Konflikte zwischen Mensch und Waschbär in Berlin weiter zunehmen werden, wenn keine umfassenden Strategien zur Bestandskontrolle entwickelt werden. Neben den materiellen Schäden an Infrastruktur stellen die Tiere auch eine potenzielle Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, da sie Krankheiten übertragen können.



