Zeckensaison in Berlin und Brandenburg: Aktuelle Gefahren und Schutzmaßnahmen
Mit den wärmeren Temperaturen im Frühling und Herbst werden Zecken in Berlin und Brandenburg wieder besonders aktiv. Die ersten Lyme-Borreliose-Infektionen sind in der Region bereits gemeldet worden, was die Bedeutung von Vorsichtsmaßnahmen unterstreicht. Zecken sind nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in städtischen Grünanlagen wie Parks und Gärten zu finden, wie Experten betonen.
Übertragbare Krankheiten: Borreliose und FSME im Fokus
In Deutschland übertragen Zecken vor allem zwei ernsthafte Erkrankungen: Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Borreliose wird durch Bakterien verursacht und zeigt sich oft durch eine Wanderröte um die Einstichstelle, kann aber auch Haut, Gelenke, Nervensystem oder Herz betreffen. Eine Impfung dagegen existiert nicht. FSME hingegen ist seltener, wird von Viren ausgelöst und kann mit grippeartigen Symptomen beginnen, in schweren Fällen sogar tödlich verlaufen. Gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung.
Risikogebiete und aktuelle Fallzahlen in der Region
In Brandenburg gelten die Landkreise Oder-Spree, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster sowie Frankfurt (Oder) als FSME-Risikogebiete, während Berlin kein solches Gebiet ist. Bis zum 12. April wurden in Brandenburg 160 Borreliose-Fälle gemeldet, im Vergleich zu 135 im Vorjahreszeitraum. In Berlin verzeichnete das Landesamt für Gesundheit und Soziales bis zum 8. April 83 Fälle, gegenüber 70 im Jahr 2025. Das Jahr 2025 brachte in Berlin mit 1.406 gemeldeten Fällen einen Rekord seit Einführung der Labormeldepflicht im Jahr 2013, möglicherweise begünstigt durch feuchte Wetterbedingungen.
Gefahren für Haustiere: Von Borreliose bis Hundemalaria
Nicht nur Menschen, auch Hunde und Katzen können von Zecken erkranken. Infizierte Tiere zeigen oft keine Symptome, bei Hunden können jedoch Lahmheit, geschwollene Gelenke und Appetitverlust auftreten. FSME-Infektionen bei Hunden können tödlich enden. Besonders besorgniserregend ist die Hundemalaria (Babesiose), die durch Auwaldzecken übertragen wird und im Landkreis Oberspreewald-Lausitz häufiger vorkommt. Unbehandelt verläuft diese Krankheit meist tödlich, während für Menschen keine Ansteckungsgefahr besteht. Symptome ähneln der menschlichen Malaria und können zu schweren Komplikationen wie Schock oder Nervenschäden führen.
Praktische Schutzmaßnahmen für Mensch und Tier
Experten empfehlen, sich im Freien durch Zeckenspray, lange Kleidung, geschlossene Schuhe und helle Farben zu schützen, um Zecken leichter zu erkennen. Nach dem Aufenthalt im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Für Hunde bieten sich Spot-on-Lösungen, spezielle Halsbänder oder Tabletten als Schutz an, und auch sie sollten nach Spaziergängen sorgfältig kontrolliert werden. Bei einer entdeckten Zecke ist schnelles Handeln gefragt: Sie sollte nah an der Haut gegriffen und langsam herausgezogen werden, um alle Teile zu entfernen und Entzündungen zu vermeiden, gefolgt von einer Desinfektion der Wunde.



