Burgunderblutalge färbt Gewässer an Mecklenburgischer Seenplatte rot-braun
Burgunderblutalge färbt Seenplatte-Gewässer rot-braun

Burgunderblutalge färbt Gewässer an Mecklenburgischer Seenplatte rot-braun

An der Mecklenburgischen Seenplatte ist erneut die sogenannte Burgunderblutalge aufgetreten und verursacht aktuell eine spektakuläre Rot- bis Braunfärbung verschiedener Gewässer in der Region südlich der Müritz. Betroffen sind unter anderem die Elde und der Müritzsee bei Buchholz. Was auf den ersten Blick faszinierend wirkt, erfordert jedoch besondere Vorsicht im Umgang mit dem Wasser.

Kreisverwaltung warnt vor Kontakt mit dem Wasser

Die Kreisverwaltung der Mecklenburgischen Seenplatte gibt Auskunft zu dem Phänomen und warnt ausdrücklich vor dem Kontakt mit dem verfärbten Wasser. Landkreissprecher Nils Henke erklärt: „Die Burgunderblutalge, die eigentlich keine echte Alge ist, sondern zu den Cyanobakterien gehört, kommt in fast jedem Gewässer vor und ist ein essenzieller Bestandteil der Natur.“ Dennoch können die Bakterien Toxine ausbilden, die bei Menschen allergische Reaktionen, Magen-Darm-Probleme sowie negative Wirkungen an Leber und Nerven verursachen können.

Die Reaktionen werden durch Verschlucken von Wasser oder Kontakt mit den Algen ausgelöst und sind in der Regel leicht und vorübergehend. Empfindliche Personen sowie Kinder sollten sich von den Schlieren fernhalten, und Tiere dürfen nicht mit dem Wasser getränkt werden, so die offizielle Warnung des Landkreises.

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Natürliches Phänomen mit möglichen Einflussfaktoren

Grundsätzlich handelt es sich um ein natürliches Phänomen, das in naturbelassenen Gewässern regelmäßig auftritt. In der warmen Jahreszeit, also im Sommer und Spätfrühling, halten sich die Cyanobakterien typischerweise in tieferen, kälteren Wasserschichten auf. „Die Badesaison wird daher kaum beeinflusst“, betont Henke. Die Abkühlung der Wasseroberfläche im Herbst und Winter führt jedoch zu einer Durchmischung des Wassers, wodurch die Bakterien nach oben wandern, sich stark vermehren und das Wasser färben können.

Aktuell ist dieses Phänomen an vielen Seen im Landkreis zu beobachten. Forschungen deuten darauf hin, dass mehrere Faktoren die Anreicherung in oberflächennahen Schichten begünstigen könnten:

  • Eine Zunahme von Nitrat- und Phosphatkonzentrationen durch landwirtschaftlichen Eintrag
  • Eine steigende durchschnittliche Wassertemperatur
  • Eine geringere Durchmischung der Wasserschichten

Ähnliche Rotfärbungen von Gewässern wurden bereits in Süddeutschland, der Schweiz und in der Vergangenheit auch an der Seenplatte, beispielsweise im April 2023 im Mürtzsee bei Neustrelitz, festgestellt. Bereits Anfang Februar dieses Jahres wurde die Burgunderblutalge in der jetzt betroffenen Region südlich der Müritz nachgewiesen.

Keine Gegenmaßnahmen – Phänomen wird voraussichtlich abklingen

Gegenmaßnahmen gegen das vermehrte Auftreten der Cyanobakterien werden nicht ergriffen, da es sich um einen natürlichen Vorgang handelt. „Wie in der Vergangenheit auch, werden sich die Bedingungen für die Burgunderblutalge mit zunehmender Wassertemperatur immer weiter verschlechtern, sodass sie in tiefere Wasserschichten absinken wird“, erläutert Henke. Daher wird erwartet, dass das Phänomen in den nächsten Wochen von selbst verschwindet.

Um weitere Aufschlüsse zu gewinnen, führt das kreisliche Umwelt- und Gesundheitsamt seit dem vergangenen Jahr eine ganzjährige Überwachung von aktuell 16 Binnengewässern durch. Diese Maßnahme soll helfen, die Dynamik der Burgunderblutalge und ihre Auswirkungen auf die Gewässerqualität besser zu verstehen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Während die rot-braune Färbung der Gewässer an der Mecklenburgischen Seenplatte ein beeindruckendes Naturschauspiel darstellt, ist Vorsicht geboten. Der Landkreis empfiehlt, den Kontakt mit dem Wasser zu vermeiden, bis sich die Situation normalisiert hat.

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