Familiendrama gewinnt Fliegenden Ochsen beim Filmkunstfest MV
Familiendrama gewinnt Fliegenden Ochsen beim Filmkunstfest MV

Preisträger des 35. Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern

Die Jurys und das Publikum haben beim 35. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin die Gewinner der vier Wettbewerbe gekürt. Insgesamt wurden Preise im Wert von 50.000 Euro verliehen. Der mit Spannung erwartete Hauptpreis, der „Fliegende Ochse“, ging an das Familiendrama „Our Girls“ von Regisseur Mike van Diem.

„Our Girls“ räumt doppelt ab

Die Schauspieljury, bestehend aus Barbara Phillip, Aelrun Goette und Henk Handloegten, war sich mit dem Publikum einig: „Our Girls“ ist der herausragende Film des Festivals. Der Film gewann sowohl den mit 10.000 Euro dotierten „Fliegenden Ochsen“, der von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns gestiftet wird, als auch den von der Nordkurier-Mediengruppe mit 3.000 Euro dotierten Publikumspreis. Die Jury lobte die „Erzählkunst mit shakespearischer Dimension“ und die poetische Kameraarbeit von Martin Gschlacht.

Weitere Auszeichnungen im Spielfilmwettbewerb

Der NDR-Regiepreis, dotiert mit 5.000 Euro, ging an „The Storys“ von Abu Bakr Shawky. Die Jury beschrieb den Film als „sprühend, laut, schillernd und ergreifend“ und lobte das überbordende Ideenreichtum. Der Förderpreis der DEFA-Stiftung wurde Kilian Armando Friedrich für „Ich verstehe Ihren Unmut“ verliehen, eine Geschichte über ein Reinigungsunternehmen und seine Leiterin, gespielt von Sabine Thalau. Die Jury fragte sich, warum es in einem Land voller Unmut lange keinem mehr so geglückt sei, mit einem solchen Film Mut zu machen.

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Beste schauspielerische Leistungen

Chen Emilie Yan wurde für ihre Darstellung der Staatsanwältin Seyo Kim in „Staatsschutz“ ausgezeichnet. Der Film, der bereits auf der Berlinale mehrfach prämiert wurde, zeigt eine Juristin, die nach einem rassistischen Anschlag in eigener Sache ermittelt. Der Nachwuchspreis für die beste schauspielerische Leistung ging an Mia Tharia für ihre Rolle in „Eine Schule für Jane Cumming“. Die Jury urteilte, ihre Darstellung erhebe den Film zu einem zeitlosen Drama über Macht, Schuld und menschliche Verletzlichkeit.

Dokumentarfilm- und Kurzfilmwettbewerb

Im Dokumentarfilmwettbewerb siegte „Innere Emigranten“ von Lena Karbe, der einen seltenen Einblick in die russische Gegenwart gibt und junge Psychologen an einer Krisenhotline begleitet. Den Preis für die beste Bildgestaltung im Dokumentarfilm erhielt Tobias Nölle für „Tristan Forever“. Als bester Kurzfilm wurde „Liquor“ von Yi-Chen Huang prämiert. Lobende Erwähnungen gab es für „Eine deutsche Familie“ von Andrea und Tom Salt. Die Preise der Kurzfilmnacht gingen an „Sinkflug“ von Hoàng Quỳnh Nguyễn (Publikumspreis) und „Prolog der Finsternis“ von Carsten Degenhardt (Jurypreis).

Kinder- und Jugendfilmwettbewerb

Die Leo-Jury entschied sich unter sechs Beiträgen für „Heute heißen alle Sorry“ von Frederike Migom. Der Film überzeugte die Jury mit seiner einfühlsamen Erzählweise. Die aus deutschsprachigen Filmkritikern bestehende Fipresci-Jury vergab ihren Preis an „Becaaria“ von Erik Bernasconi, eine Coming-of-Age-Geschichte im Tessin der späten 1970er Jahre. Den Förderpreis „Gedreht in MV“ erhielt „No good Man“ von Shahrbanoo Sadat.

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