Führerscheinprüfung: Bundesländer im Vergleich
Autofahren lernen möchte irgendwann fast jeder – doch die Erfolgsaussichten bei der Führerscheinprüfung variieren in Deutschland erheblich zwischen den Bundesländern. Eine aktuelle Analyse der Automobilplattform Carwow offenbart deutliche regionale Unterschiede bei den Bestehensquoten von theoretischen und praktischen Prüfungen.
Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 11
Die Auswertung zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern mit einer kombinierten Bestehensquote von 60,70 Prozent aus Praxis und Theorie den elften Platz unter den 16 Bundesländern belegt. Deutlich besser schneidet Schleswig-Holstein ab, wo Fahrschüler mit 69,93 Prozent die höchsten Erfolgschancen haben. Am schwierigsten ist die Prüfung hingegen in Berlin, das mit nur 56,90 Prozent die niedrigste kombinierte Quote verzeichnet.
Die Hauptstadt weist nicht nur die bundesweit niedrigste Theorie-Erfolgsquote auf, sondern auch die zweitniedrigste Quote in der praktischen Prüfung. Im Jahr 2024 lag die bundesweite Durchschnittsquote bei 58,55 Prozent für die Theorieprüfung und 67,45 Prozent für die praktische Prüfung.
Bundesweiter Abwärtstrend bei Theorieprüfungen
Die Analyse vergleicht offizielle Prüfungsquoten der Bundesländer und deckt einen bundesweiten Abwärtstrend bei den Theorieprüfungen auf – obwohl diese standardisiert sind. Fast vier von zehn Prüflingen scheiterten an mindestens einem Prüfungsteil. Viele Kandidaten benötigten mehrere Anläufe, insbesondere in der praktischen Prüfung, bei der die Erfolgsquoten für Wiederholer deutlich niedriger ausfielen.
Laut Carwow zeigen Ergebnisse aus einer Umfrage unter rund 4.000 Fahrern zudem, dass jeder dritte Langzeitfahrer Zweifel an einem erneuten Prüfungserfolg hätte, wenn er sich heute noch einmal der Führerscheinprüfung stellen müsste.
Expertenrat zur Prüfungsvorbereitung
„Unsere Daten zeigen, dass der Ort der Prüfung durchaus einen Einfluss auf die Erfolgsquote haben kann. Dennoch bleibt die Vorbereitung der entscheidende Faktor“, erklärt Irene Wallner, Verbraucherexpertin bei Carwow. „Wir raten Fahrschülern, intensiv mit den offiziellen Tüv-/Dekra-Fragenkatalogen zu lernen und zusätzliche Zeit einzuplanen, um sich mit den lokalen Besonderheiten des Stadtverkehrs vertraut zu machen – besonders in Metropolen wie Berlin oder Hamburg.“
Die Analyse unterstreicht, dass trotz bundesweit einheitlicher Prüfungsstandards regionale Faktoren wie Verkehrsdichte, Prüfer und lokale Besonderheiten eine Rolle spielen können. Fahrschüler sollten sich daher nicht nur auf die allgemeinen Inhalte vorbereiten, sondern auch spezifische Gegebenheiten ihres Prüfungsortes berücksichtigen.



