Gewalt gegen Zugpersonal in MV erreicht alarmierende Dimensionen
Die Situation für Beschäftigte im Bahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern ist besorgniserregend: Jährlich kommt es zu mehreren hundert Übergriffen auf das Zugpersonal. Diese erschreckenden Zahlen gehen aus einer Antwort der rot-roten Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des verkehrspolitischen Sprechers der Linksfraktion, Henning Förster, hervor.
Angst als ständiger Begleiter im Berufsalltag
„Die Angst fährt mit und gehört leider inzwischen zum Berufsalltag“, betonte Förster in einer deutlichen Stellungnahme. Besonders betroffen seien Zugbegleiter, die im direkten Austausch mit den Reisenden stehen. Der Linkspolitiker verwies auf eine aktuelle Sicherheitsumfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, die belegt, dass sich zwei Drittel aller Beschäftigten unsicher im Arbeitsalltag fühlen.
Die Umfrage zeigt weiterhin, dass etwa die Hälfte der Beschäftigten bereits körperliche Gewalt erlebt hat. Die große Mehrheit wurde während ihrer Arbeit beleidigt oder bedroht. Förster warnte vor sinkenden Hemmschwellen und einem schwindenden Respekt vor den Beschäftigten im Bahnverkehr.
Forderungen nach verbesserten Sicherheitsmaßnahmen
Die Beschäftigten fordern konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Sicherheit:
- Mehr Personal in den Zügen
- Stärkere Präsenz von Bahnschutz und Bundespolizei
- Freiwillige Bodycams an der Dienstkleidung
- Verlässliche Notrufsysteme
- Klare Meldewege bei Übergriffen
Förster nahm in diesem Zusammenhang auch die Landesregierung in die Pflicht, in der die Linke als kleiner Koalitionspartner der SPD agiert. Er forderte gemeinsame Lösungen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und dem Bund.
Drohender Personalmangel als Folge
Die aktuelle Situation hat bereits konkrete Auswirkungen auf die Personalbindung: Jeder dritte Beschäftigte denkt bereits über einen Berufswechsel nach. „Sollte sich die Situation für das Bahnpersonal nicht verbessern, droht ein ernsthaftes Problem“, warnte Förster. Die Folgen wären dramatisch für den gesamten Bahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern.
Der Politiker betonte die Notwendigkeit, Aufklärung zu betreiben, Beschäftigte besser auf Gefahrensituationen vorzubereiten und wirksame Sicherheitsstandards zu etablieren. Nur so könne langfristig die Sicherheit des Bahnpersonals gewährleistet und der drohende Personalmangel abgewendet werden.



