Frühjahrsauktion in Berlin: Seltene Immobilien aus Mecklenburg-Vorpemmern werden versteigert
Die Deutsche Grundstücksauktionen AG hat zwei Frühjahrsauktionen angekündigt, bei denen insgesamt 78 Immobilien aus zehn Bundesländern unter den Hammer kommen. Die Veranstaltungen finden am 26. und 27. März im Hotel MOA in der Berliner Stephanstraße statt. Neben Objekten der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der BVVG, der Deutschen Bahn und des Landes Brandenburg werden auch Nachlassimmobilien angeboten.
Fünf Objekte aus Mecklenburg-Vorpommern im Fokus
Für die Auktion am Donnerstag sind fünf Immobilien aus Mecklenburg-Vorpommern gelistet, die von einem Einfamilienhaus bis zu einem großen Gewerbegrundstück reichen. Die Mindestgebote beginnen bei 3.000 Euro und steigen bis zu 325.000 Euro an, jeweils zuzüglich Aufgeld.
Einfamilienhaus in Hammer an der Uecker
Im vorpommerschen Hammer an der Uecker steht ein Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren zur Versteigerung. Das Gebäude verfügt über ein 1.372 Quadratmeter großes Grundstück und wurde im Jahr 2001 umgebaut und modernisiert, wobei ein Dachgeschossausbau durchgeführt wurde. Erd- und Dachgeschoss bieten zusammen etwa 360 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche.
Allerdings besteht erheblicher Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarf. Das Haus wird seit Jahren vom Alteigentümer vertragslos und unentgeltlich genutzt, weshalb Besichtigungen des Innenbereichs nicht möglich sind. Die Funktionsfähigkeit der Haustechnik ist ungeprüft, und die Beheizung erfolgt vermutlich elektrisch. Kunststofffenster sind teilweise mit Rollläden ausgestattet. Ein Energieausweis wurde beauftragt. Das Mindestgebot beträgt 35.000 Euro.
Ehemalige Textilfabrik in Sternberg
Ein großes Gewerbegrundstück in Sternberg im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird in der Brüeler Chaussee angeboten. Es umfasst ein Bürogebäude, eine Produktionshalle, Garagen und mehrere Nebengebäude. Das Areal war früher Standort der „Alten Textilfabrik Sternberg“. Die Gebäude stammen aus den 1980er-Jahren und wurden 2022 und 2023 teilweise instand gesetzt.
Reparaturen an der Heizungsanlage und ein neuer Estrich in der Halle wurden durchgeführt. Fenster der Produktionshalle wurden aus Isolationsgründen verklebt, und Teile der Wände sind gedämmt. Beheizt wird das Gelände mit einer Gaszentralheizung, während das Bürogebäude einen Strommix nutzt.
Etwa 450 Quadratmeter sind seit Mai 2012 unbefristet an einen Bildungsverein vermietet. Eine weitere Teilfläche von rund 1.650 Quadratmetern ist ab Oktober 2025 für fünf Jahre verpachtet und wird unter anderem für Pilzzucht und Lagerflächen genutzt. Die Produktionshalle hat eine Deckenhöhe von 3,50 Metern. Die Nettokaltmiete der vermieteten Flächen beträgt etwa 69.000 Euro jährlich.
Es besteht erheblicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Wellasbest-Eindeckungen. Das Grundstück mit einer Fläche von 11.346 Quadratmetern ist an Gas, Strom und Wasser angeschlossen. Abwasser wird derzeit über eine Klärgrube entsorgt; ein Anschluss an die öffentliche Kanalisation oder eine Biokläranlage ist notwendig.
Laut Flächennutzungsplan ist das Grundstück als gewerbliche Baufläche ausgewiesen. Nach Angaben der Stadt könnte eine Umwidmung in Wohnbauland möglich sein, eine Bauvoranfrage ist jedoch erforderlich. Die Nutzfläche beträgt rund 3.160 Quadratmeter. Das Mindestgebot liegt bei 325.000 Euro.
Altbau in Groß Roge an der B104
Ein weiteres Objekt ist ein Grundstück mit Altbebauung in Groß Roge im Landkreis Rostock, direkt an der B 104 gelegen. Es befindet sich südlich des Ortskerns in einer kleinen Splittersiedlung mit Busanbindung Richtung Güstrow und Teterow. Das Bestandsgebäude aus dem Jahr 1905 ist stark sanierungsbedürftig.
Heizungs-, Sanitär- und Elektroausstattung fehlen oder sind nicht funktionsfähig. Ein Nebengebäude gilt als abbruchreif, und das Dach ist teilweise eingestürzt. Für das Bestandsgebäude liegt eine statische Prüfung vor. Zudem sind aktuelle Grundrisse sowie ein Aufteilungs- und Entwicklungskonzept eines Architekten vorhanden.
Das Grundstück hat eine Fläche von 1.919 Quadratmetern und ist als gemischte Baufläche ausgewiesen. Eine mögliche Neubebauung erfordert eine Bauvoranfrage. Wasser- und Stromanschlüsse sind vorhanden. Die Wohn- und Nutzfläche wird auf etwa 180 Quadratmeter geschätzt. Ein Energieausweis ist nicht erforderlich. Das Mindestgebot beträgt 19.000 Euro.
Teilsanierter Resthof in Brunn
In Brunn im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wird ein Resthof an der Friedländer Straße versteigert. Der Ort liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Altentreptow und rund 15 Kilometer von Neubrandenburg entfernt. Das Gebäude aus den 1920er-Jahren wurde zwischen 2001 und 2007 teilweise erneuert, darunter Dachstuhl und Dacheindeckung.
Ein Anbau mit Treppenaufgang wurde ergänzt, und der Dachausbau ist vorgesehen. Heizungs- und Sanitäranlagen fehlen, und Zwischendecken müssen erneuert werden. Das Objekt befindet sich im Rohbauzustand, und Baustoffe lagern im Gebäude. Es ist einseitig an ein Nachbarhaus angebaut, rückseitig liegt Grenzbebauung vor.
Das Grundstück umfasst 242 Quadratmeter. Die aktuelle Nutzfläche beträgt 114 Quadratmeter, nach Ausbau werden rund 165 Quadratmeter erwartet. Ein Energieausweis ist nicht erforderlich. Das Mindestgebot liegt bei 10.000 Euro.
Zwei verwilderte Flurstücke in Süderholz
Zwei unbebaute Grundstücke im Süderholzer Ortsteil Groß Rakow werden ebenfalls versteigert. Die Flächen sind als Gartenland, Erholungsfläche, Unland und Wasserflächen ausgewiesen. Das überwiegend unebene, teils stark verwilderte Flurstück 53 stellt einen Wassergraben dar.
Auf Flurstück 54 befinden sich älterer Baumbestand, Wildwuchs und ein Teil eines Teiches. Teile der Flächen sind eingezäunt. Erschließungsmedien wie Strom, Wasser und Kanalisation liegen an, die Grundstücke selbst sind jedoch unerschlossen. Eine mögliche Bebauung ist per Bauvoranfrage zu klären. Die Gesamtfläche beträgt 2.829 Quadratmeter. Das Mindestgebot liegt bei 3.000 Euro.
Teilnahmebedingungen und weitere Angebote
Die Auktionen im Hotel MOA bieten neben der Teilnahme vor Ort auch telefonische Bietungsaufträge, Gebote im Rahmen der Bietungsschritte sowie Festgebote an. Bietende müssen sich vorab, spätestens beim Einlass, legitimieren und ihre Bonität nachweisen.
Am Freitag, 27. März, werden laut Katalog auch mehrere Immobilien aus Brandenburg angeboten, was die Vielfalt der Frühjahrsauktionen unterstreicht. Interessenten haben somit die Möglichkeit, in einer zentralen Veranstaltung seltene und historische Immobilien aus verschiedenen Regionen Deutschlands zu erwerben.



