Sensationeller Erfolg bei der weltgrößten Kaninchenschau
Der Stavenhagener Kaninchenzüchter Jürgen Zaulig hat bei der Bundesschau in Karlsruhe für eine absolute Sensation gesorgt. Mit seinen chinchillafarbigen Deutschen Kleinwiddern erreichte der 78-Jährige eine Punktzahl, die in der Geschichte der Rassekaninchenzucht noch nie vergeben wurde. Die 388,5 von möglichen 400 Punkten stellen einen historischen Rekord dar und brachten Zaulig nicht nur den Deutschen Meistertitel für seine Zuchtgruppe, sondern auch einen Bundessieg für ein Einzeltier.
Ein Leben für die Kaninchenzucht
Seit fast fünf Jahrzehnten widmet sich Jürgen Zaulig mit ganzer Leidenschaft der Rassekaninchenzucht. „Ich bin mit Leib und Seele Kaninchenzüchter“, betont der gelernte Kfz-Mechaniker, dessen erster Weg am Morgen stets zu seinen Tieren führt. Auf seinem 400 Quadratmeter großen Gartengrundstück in Stavenhagen hält er derzeit zehn Zuchttiere und zieht jährlich zwischen 35 und 40 Jungtiere auf. Die besondere Liebe gilt seit 2009 den Deutschen Kleinwiddern mit ihren charakteristischen Hängeohren, deren chinchillafarbige Variante er nachhaltig mitentwickelt hat.
Die Bundesschau in Karlsruhe gilt mit 19.000 ausgestellten Kaninchen und über 4500 Züchtern als weltweit größte Veranstaltung ihrer Art. Besucher aus ganz Europa und Übersee bewundern hier die besten Tiere der Zuchtszene. „Dabei zu sein, ist ein Highlight“, erklärt Zaulig, der bedauert, seinen größten Triumph nur aus der Ferne miterlebt zu haben. Vereinsfreunde hatten seine Tiere nach Karlsruhe gebracht, während er telefonisch vom Jubel erfuhr.
Perfekte Eigenschaften bringen Rekordpunktzahl
Bei der Bewertung seiner Kleinwidder stimmte einfach alles: Gewicht, Körperbau, Fellhaar, Kopfform, Behang und Pflegezustand erreichten eine nahezu perfekte Harmonie. „Eigentlich utopisch“, kommentiert Zaulig selbst die außergewöhnliche Punktzahl, auf die er viele Jahre hingearbeitet hat. Der Erfolg stellt den Höhepunkt einer Karriere dar, in der er bereits über 500 Ehrenpreise und unzählige Pokale gewonnen hat.
Im vergangenen Jahr wurde Zaulig bei der Widderclub-Vergleichsschau in Schönbach (Sachsen) zum Rasse-Meister gekürt, bei der Landesschau in Gnoien holte er mit beiden seiner Rassen den Landesmeistertitel. Doch Karlsruhe übertrumpfte alles: „Das war der absolute Höhepunkt“, resümiert der passionierte Züchter, dessen Telefon nach der Bekanntgabe der Ergebnisse kaum stillstand.
Herausforderungen im Züchteralltag
Trotz der großen Erfolge bleibt die Kaninchenzucht eine anspruchsvolle Aufgabe. Der aktuelle Winter bereitet Zaulig Sorgen, da bereits ein Wurf im Januar erfror und auch im jüngsten Nachwuchs ein Tier nicht überlebte. „Das tut mir in der Seele weh“, gesteht der Tierfreund, der nun auf den Frühling hofft. Wöchentlich verfüttert er 20 Kilogramm Möhren plus Kraftfutter und muss besonders auf die Wasserversorgung achten, da die Schalen bei Frostgefahr zufrieren.
Dennoch geht die Zuchtarbeit weiter: Bereits am 17. Februar kamen acht Alaska- und sechs Widder-Junge zur Welt, weitere Würfe werden in den kommenden Wochen erwartet. Für Jürgen Zaulig steht dabei stets das Wohl seiner Tiere im Vordergrund: „Das Wichtigste ist, dass es meinen Tieren gutgeht.“ Die Preise und Auszeichnungen seien dabei ein schöner Nebeneffekt einer lebenslangen Passion.



