Traditionelles Karnevals-Duell in der Mecklenburgischen Schweiz
In der lebendigen Faschingsszene der Mecklenburgischen Schweiz gehören verbale Scharmützel zwischen den Nachbarstädten zum festen Brauchtum. Besonders die Büttenredner aus Dargun und Neukalen pflegen eine traditionelle Rivalität, die regelmäßig in humorvollen Gefechten mündet.
Statistische Vorwürfe lösen neues Gefecht aus
Der jüngste Konflikt entzündete sich an einer statistischen Meldung über die Einwohner von Dargun. Brian Kasch, der Büttenredner aus Neukalen, hatte sich im vergangenen Jahr über diese Veröffentlichung lustig gemacht, die den Dargunern eine besondere Leibesfülle nachsagte.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Nur 24 Stunden nach der Büttenrede in Dargun konterte Robert Fritzsche, bekannt als "Bauer Robert", am Sonnabend in der Stadt am Klostersee. Mit dem bekannten Sprichwort "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen" schickte er eine verbale Retourkutsche in Richtung Peenestadt.
Fritzsche merkte dabei humorvoll an, dass sein Amtskollege Kasch das halbe Büttenfass ebenfalls sehr gut ausfülle und damit kaum Grund zum Spott habe. Diese Bemerkung bezog sich direkt auf die körperliche Statur des Neukalener Büttenredners.
Prompte Gegenattacke aus Neukalen
Brian Kasch ließ diese Stichelei nicht unbeantwortet. Bereits am Sonntag, zum Karnevalsstart in seiner Heimatstadt Neukalen, startete er eine scharfe Gegenattacke. In seiner Büttenrede kommentierte er die Darbietung von Bauer Robert mit deutlichen Worten.
"So eine Bütt habe ich noch nie vernommen", erklärte Kasch vor seinem Publikum. "Sie ist tatsächlich ohne eine einzige lustige Stelle ausgekommen." Der Neukalener Redner ging sogar noch weiter und legte seinem Amtsbruder ans Herz, es doch besser sein zu lassen mit der Büttenrednerei.
Abschließend schickte Kasch "ganz, ganz dicke Grüße" in Richtung Dargun - eine doppeldeutige Formulierung, die sowohl die freundschaftliche Beziehung als auch das Thema der Diskussion humorvoll aufgriff.
Traditionelles Brauchtum ohne böses Blut
Diese kleinen Scharmützel zwischen den beiden Jeckenstädten gehören seit vielen Jahren zum regionalen Faschingsbrauchtum in der Mecklenburgischen Schweiz. Zwischen Dargun und Neukalen haben sich diese humorvollen Auseinandersetzungen fast schon zum guten Ton entwickelt.
Die Büttenredner teilen in ihren Auftritten normalerweise gegen Gott und die Welt aus. Am vergangenen Wochenende richteten sie ihre humorvollen Attacken jedoch direkt gegeneinander. Trotz der scharfen Worte nehmen sich die Akteure diese Sticheleien nicht wirklich übel.
Es handelt sich vielmehr um ein traditionelles Spiel, das die regionale Faschingstradition bereichert und für Unterhaltung bei den Karnevalsveranstaltungen sorgt. Die gegenseitigen Neckereien bleiben stets im Rahmen des humorvollen Miteinanders und stärken sogar die Verbindung zwischen den Nachbargemeinden.



