Landtagsfraktion der Linken besucht historisches Wehrmachtgefängnis in Anklam
Ein besonderer Besuch fand am Donnerstag im ehemaligen Wehrmachtgefängnis von Anklam statt. Im Rahmen ihrer einwöchigen Gedenkstätten-Tour durch Mecklenburg-Vorpommern empfing die Einrichtung Abgeordnete und Mitarbeiter der Linksfraktion im Landtag des Bundeslandes. Rund 20 Fraktionsmitglieder nahmen an der Führung teil, die von den kenntnisreichen Vorstandsmitgliedern der Stiftung Friedenszentrum, Doreen Bendschneider-Randow und Mathias Ruta, geleitet wurde.
Einzigartiges historisches Erbe im Fokus
Wie die Landtagsabgeordnete Jeannine Rösler, die auch Kuratoriumsmitglied der Stiftung Friedenszentrum Anklam ist, betonte, diente der Besuch nicht nur der politischen Bildung, sondern auch der Werbung für die Gedenkstätte. Besonders bedeutsam ist, dass es sich bei dem Anklamer Gebäude um das einzige der ehemals acht Wehrmachtgefängnisse handelt, das noch gut erhalten und für Besucher zugänglich ist. Rösler lobte ausdrücklich die umfangreiche Arbeit, die in den vergangenen Jahren geleistet wurde, um das historische Bauwerk zu einer Stätte des Gedenkens und der politischen Aufklärung zu transformieren.
Gedenkstätten-Tour mit klarem Fokus auf NS-Zeit
Die landesweite Tour der Fraktion konzentriert sich gezielt auf Gedenkstätten mit Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus. Neben dem Wehrmachtgefängnis in Anklam standen bereits die KZ-Gedenkstätte Wöbbelin südlich von Schwerin und die Mahn- und Gedenkstätte Fünfeichen bei Neubrandenburg auf dem Programm. Jeannine Rösler erklärte vor der Führung, dass es nicht ausreiche, sich lediglich zu erinnern. Vielmehr müsse man sich immer wieder vor Augen führen, was geschehen kann, wenn die Demokratie in Gefahr gerät und autoritäre Diktaturen die Macht übernehmen.
Lebendige Gedenkstätte mit beachtlicher Besucherzahl
Das Anklamer Wehrmachtgefängnis hat sich zu einer lebendigen Bildungsstätte entwickelt. Allein im vergangenen Jahr konnten 1200 Besucher registriert werden. Darunter befanden sich zahlreiche Schulklassen und Erwachsenengruppen, Teilnehmer öffentlicher Führungen sowie auch Bundeswehrangehörige. Zusätzlich wurden 52 Veranstaltungen durchgeführt, zu denen Sonderveranstaltungen zu den Themen 80 Jahre Kriegsende und 35 Jahre Friedliche Revolution mit schätzungsweise 400 Gästen zählten. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Gedenkstätte als Ort der historischen Aufarbeitung und demokratischen Bildung.
Die Gedenkstätten-Tour der Linken-Fraktion setzt damit ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen und betont die Notwendigkeit, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten. Der Besuch in Anklam unterstreicht die besondere historische Bedeutung des einzigen erhaltenen Wehrmachtgefängnisses und dessen Rolle in der heutigen Erinnerungskultur.



