LNG-Tanker 'Minerva Amorgos' verharrt weiter vor Mukran trotz freigeräumter Zufahrt
Die Hängepartie um den LNG-Tanker „Minerva Amorgos“ vor dem Hafen Mukran auf Rügen setzt sich auch zu Wochenbeginn fort. Obwohl Eisbrecher die Zufahrt zum Hafen und dem dort befindlichen LNG-Terminal erfolgreich freigemacht haben, liegt der Tanker weiterhin draußen auf der eisfreien Ostsee. Dies teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) am Montagabend mit.
Eisbedingungen und Ostwind erschweren Einlaufen
Das Schiff sei nur eingeschränkt für die aktuellen Eisbedingungen ausgelegt, die derzeit in der Region herrschen. Erschwerend wirke der anhaltende Ostwind, durch den das Eis innerhalb kurzer Zeit erneut in das bereits geräumte Fahrwasser verdrifte. Vor diesem Hintergrund habe die Schiffsführung bisher entschieden, dass die „Minerva Amorgos“ vorerst nicht einlaufe. „Die Lage wird fortlaufend beobachtet und bewertet“, so das Amt in einer offiziellen Stellungnahme.
Sechs Schiffe nutzen aufgebrochenen Korridor
Wie das WSA weiter mitteilte, wurde in der vergangenen Woche die Fahrrinne nach Mukran mehrfach aufgebrochen. „Durch die Eisaufbruchmaßnahmen konnten bislang sechs Schiffe den Hafen Mukran sicher anlaufen beziehungsweise verlassen.“ Dazu zähle auch ein LNG-Tanker, der mit Unterstützung von Schleppern des Terminalbetreibers den Hafen verlassen habe. Die „Minerva Amorgos“ sollte eigentlich anschließend einlaufen, doch die Entscheidung wurde aufgrund der schwierigen Bedingungen verschoben.
Terminal auf Rügen mit Rekordleistung
Das Energie-Terminal „Deutsche Ostsee“ im Hafen von Mukran hat nach Angaben des Betreibers Regas in den vergangenen drei Monaten mit 12,9 Terrawattstunden (TWh) die größte Gasmenge aller schwimmenden LNG-Terminals in Europa regasifiziert. Mit 4,4 TWh sei über das Terminal auf Rügen im Januar zudem erneut die größte Gasmenge aller deutschen LNG-Terminals in das deutsche Fernleitungsnetz eingespeist worden. Diese beeindruckenden Zahlen unterstreichen die strategische Bedeutung des Standorts für die deutsche Energieversorgung.
Die aktuelle Situation zeigt jedoch, dass selbst bei hoher operativer Effizienz externe Faktoren wie Wetterbedingungen die Logistik beeinträchtigen können. Die Behörden und Betreiber bleiben wachsam, um eine sichere und zeitnahe Abwicklung des Schiffsverkehrs zu gewährleisten.



