Tödliche Unfälle mit Fahrrädern und E-Bikes in Mecklenburg-Vorpommern nehmen zu
Mehr tödliche Unfälle mit Fahrrädern und E-Bikes in MV

Tödliche Unfälle mit Fahrrädern und E-Bikes in Mecklenburg-Vorpommern nehmen zu

In Mecklenburg-Vorpemmern haben sich im vergangenen Jahr mehrere schwere Verkehrsunfälle ereignet, bei denen Radfahrer und E-Bike-Nutzer ums Leben kamen. Die Zahlen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zeigen eine besorgniserregende Entwicklung auf den Straßen des norddeutschen Bundeslandes.

Fünf tödliche Fahrradunfälle und zwei E-Bike-Opfer

Nach Angaben des VCD gab es 2025 in MV insgesamt fünf Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang für Radfahrer. Die tragischen Vorfälle ereigneten sich in Grabow, zwischen Woldegk und Prenzlau, an der Wohlenberger Wiek, in Bützow sowie in Pasewalk. Die Opfer waren zwischen 60 und 86 Jahre alt.

Zudem verzeichnete der Verkehrsclub zwei Unfälle, bei denen E-Bike-Fahrer starben. In Sternberg kollidierte ein 64-jähriger Mann mit einem Baum und verstarb trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen noch am Unfallort. In Parchim erlag ein 61-Jähriger einen Tag nach einem Zusammenstoß mit einem Auto seinen schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus.

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Polizei erwartet weiteren Anstieg der Unfallzahlen

Das Polizeipräsidium Rostock geht davon aus, dass die Zahlen in allen Bereichen weiter steigen werden, insbesondere bei Unfällen mit E-Scootern. Während 2023 noch 56 solcher Unfälle mit 36 Verletzten registriert wurden, stieg die Zahl 2024 bereits auf 71 Unfälle mit 49 Verletzten.

Häufige Unfallursachen sind laut Polizeiangaben die verbotswidrige Benutzung von Gehwegen, nicht angepasste Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss. Auch für E-Scooter gelten die gleichen Promillegrenzen wie für Kraftfahrzeuge.

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg bestätigt diese Tendenz für das Jahr 2025. Im Vergleich zu 2023 mit 40 Unfällen und 25 Verletzten stieg die Zahl 2024 auf 56 Unfälle mit 35 Verletzten und einem Todesopfer. Bundesweit kamen damals 27 Menschen bei E-Scooter-Unfällen ums Leben.

Keine Helmpflicht, aber dringende Empfehlungen

Eine gesetzliche Helmpflicht für Fahrer von E-Scootern, Fahrrädern und E-Bikes besteht bislang nicht. Sowohl der ADAC als auch der Landesverband MV des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) empfehlen jedoch dringend das Tragen eines Helmes, um das Risiko schwerer Kopfverletzungen zu reduzieren.

Sophie Pawelke vom Polizeipräsidium Rostock betont: „Aber Helme können Leben retten und vor schweren Verletzungen schützen.“ Die Einführung einer Helmpflicht wird von den Verbänden jedoch aus versicherungstechnischen Gründen und wegen der schwierigen Durchsetzbarkeit als nicht zielführend angesehen.

Verletztenzahlen der Vorjahre zeigen alarmierenden Trend

Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock wurden zwischen 2023 und 2024 insgesamt 1399 Fahrradfahrer sowie 250 E-Bike-Fahrer verletzt. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg registrierte im gleichen Zeitraum 1089 verletzte Radfahrer und 237 E-Bike-Nutzer.

Noch dramatischer sind die Todeszahlen: In den beiden Jahren kamen im Bereich Neubrandenburg zwölf Menschen ums Leben, die mit Fahrrädern (9), E-Scootern (1) und E-Bikes (2) unterwegs waren. Im Rostocker Bereich verunglückten drei E-Bike-Fahrer und zwei Radfahrer tödlich.

Horst Krumpen, Landesvorsitzender des ADFC in MV, kommentiert: „Es ist um jeden Menschen, der im Straßenverkehr ums Leben kommt, traurig. Egal, mit welchem Fahrzeug er unterwegs war. Aber es ist auch klar, Fußgänger und Radfahrer sind die Schwächsten im Verkehr.“ Er hofft auf eine bessere Infrastruktur für Rad- und E-Bike-Fahrer in Mecklenburg-Vorpommern, um die Unfallrisiken zu senken.

Eine detaillierte Unfallstatistik für das Jahr 2025, die genaue Zahlen zu verletzten Radfahrern und E-Bike-Nutzern enthalten wird, soll voraussichtlich im Frühjahr veröffentlicht werden.

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