Rettungsversuch für gestrandeten Buckelwal erreicht kritische Phase
Die aufwendige Rettungsaktion für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal ist in die entscheidende Phase eingetreten. Nachdem das Tier bereits den 18. Tag in der Kirchsee in der Wismarer Bucht verbracht hat, laufen die Vorbereitungen für den finalen Bergungsversuch auf Hochtouren. Umweltminister Till Backhaus (SPD) von Mecklenburg-Vorpommern bestätigte am Hafen von Kirchdorf, dass die Operation nun in die heiße Phase übergeht.
Ministerium begleitet Rettung rund um die Uhr
„Der Bergungsversuch geht jetzt in die heiße Phase über“, erklärte Backhaus während eines Besuchs am Einsatzort. Der Minister betonte die gute Zusammenarbeit zwischen seinem Ministerium und der privaten Rettungsinitiative. „Wir sind sehr kooperativ untereinander hier vor Ort“, sagte Backhaus und verwies auf das vom Ministerium genehmigte Rettungskonzept, das minimalinvasive Maßnahmen vorsieht.
Das Umweltministerium begleitet den Rettungsversuch kontinuierlich und steht im engen Austausch mit dem Organisationsteam. Mitarbeiter des Ministeriums und des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) waren bereits am Vormittag mit einem Polizeischlauchboot zum Wal hinausgefahren, um den Einsatz zu unterstützen.
Spezielle Ausrüstung für die Bergung
Im Hafen von Kirchdorf wurde eine beeindruckende technische Infrastruktur aufgebaut. Auf einer aus vier großen stählernen Einzelpontons bestehenden schwimmenden Arbeitsplattform wurden ein Bagger befestigt und ein Container aufgestellt. Zudem liegen Sauggeräte und große Schläuche bereit, die für die Bergung benötigt werden.
Laut Umweltminister Backhaus sollen bei der Rettungsaktion spezielle batteriebetriebene Sandsauggeräte zum Einsatz kommen. Diese Geräte sollen den Untergrund unter dem etwa zwölf Tonnen schweren Meeressäuger freispülen, um eine schonende Bergung zu ermöglichen. Der Wal befindet sich in einem besseren Zustand als zunächst angenommen, was die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rettung erhöht.
Veterinäre überwachen den Gesundheitszustand
Fachleute begleiten den Rettungsversuch medizinisch. Veterinäre sind vor Ort, um den Gesundheitszustand des Buckelwals kontinuierlich zu überwachen und bei Bedarf einzugreifen. Diese professionelle Begleitung ist entscheidend, da gestrandete Wale oft unter erheblichem Stress leiden und spezielle medizinische Betreuung benötigen.
Der Umweltminister äußerte sich vorsichtig optimistisch: „Der Wal bekomme jetzt eine weitere Chance, aber er müsse dabei auch mitmachen.“ Die Einsatzkräfte hoffen, dass das Tier bei den Bergungsarbeiten kooperiert und so eine Rückkehr in tiefere Gewässer ermöglicht wird.
Die Rettungsaktion vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt und zeigt das Engagement von Behörden und privaten Initiativen für den Artenschutz. Die kommenden Stunden werden entscheidend sein für das Schicksal des gestrandeten Buckelwals.



