Schweriner Zoo erhält Millionen aus Bundes-Infrastrukturpaket
Die Schweriner Verwaltung hat ihre Pläne für die Verwendung der Mittel aus dem Bundes-Sondervermögen nachgebessert. Vom Infrastrukturpaket des Bundes soll nun auch der Schweriner Zoo profitieren. Konkret plant die Stadt, 2,2 Millionen Euro für den geplanten Campus im Tierpark zu verwenden.
Finanzdezernent reagiert auf politische Anregungen
„Damit greifen wir Anregungen aus dem politischen Raum und den Gremienberatungen auf“, erklärt Finanzdezernent Silvio Horn. Ursprünglich hatte die Stadtspitze vorgeschlagen, die gesamten 6,2 Millionen Euro im Bereich gesellschaftliche Infrastruktur allein für das neue Eingangsgebäude im Freilichtmuseum Mueß zu verwenden. Dieses soll nun nur noch 4 Millionen Euro erhalten.
Gesamtsumme von 46 Millionen Euro für Schwerin
Insgesamt erhält die Landeshauptstadt von 2026 bis 2035 rund 46 Millionen Euro aus dem bereitgestellten Sondervermögen. Die Verteilung sieht wie folgt aus:
- 32,4 Millionen Euro für öffentliche allgemeinbildende Schulen
- 7,8 Millionen Euro für Verkehrsinfrastruktur/ÖPNV und Energie
- 6,2 Millionen Euro für sonstige gesellschaftliche Infrastruktur
- 50.000 Euro frei verfügbarer Sockelbetrag
Intensive Gespräche über Co-Finanzierungen
Für beide Projekte – den Empfangsbereich im Freilichtmuseum Mueß und den Campus im Zoo – wurden in den vergangenen Tagen intensive Gespräche über Co-Finanzierungen geführt. Horn berichtet von positiven Aussichten: Das Museum könnte Fördermittel aus dem Bundesprogramm Kultur-Invest erhalten, und für den 25 Millionen Euro teuren Zoo-Campus hofft die Kommune bei einem Eigenanteil von 2,2 Millionen Euro auf eine Förderung durch das Land.
Politische Debatte über Mittelverwendung
Voraussichtlich bis zur Sommerpause soll die Politik über die Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen entscheiden. Zur Beschlussvorlage der Verwaltung für die Stadtvertretung liegt bereits ein Ersetzungsantrag der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP vor. Dieser sieht vor, dass der Zoo sogar einen Investitionszuschuss in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro für den Campus erhalten soll.
Zoo-Campus als zukunftsweisendes Projekt
„Der Schweriner Zoo ist eine bedeutende Bildungs-, Freizeit- und Tourismuseinrichtung für unsere Stadt. Mit dem Projekt ‚Zoo-Campus‛ schaffen wir die Grundlage für eine moderne und zukunftsfähige Entwicklung“, betont Stadtvertreterin und Zoo-Aufsichtsratschefin Stefanie Pohlner. Der Campus umfasst unter anderem den Neubau von Verwaltungseinrichtungen, Werkstätten, Sozialräumen, einer Veterinärstation und weiterer betriebsnotwendiger Infrastruktur.
Diskussion um kommunale Wärmeplanung
Änderungsbedarf erkennt die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP auch beim Punkt Verkehrsinfrastruktur/ÖPNV und Energie. Anders als die Verwaltung, die die gesamten 7,8 Millionen Euro für die Anschaffung von 13 E-Bussen durch den Schweriner Nahverkehr bereitstellen will, möchte die Fraktion, dass 4,8 Millionen Euro in die kommunale Wärmeplanung fließen. Für den Nahverkehr blieben dann noch 3 Millionen Euro, die für fünf Busse reichen würden.
Politische Unterstützung für alternative Pläne
„Die kommunale Wärmeplanung ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Stadt. Sie entscheidet darüber, wie sicher, bezahlbar und klimafreundlich die Energieversorgung der Bürger künftig sein wird. Es ist daher zwingend notwendig, hier frühzeitig und strategisch zu investieren“, erklärt Fraktionsvorsitzender Manfred Strauß. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses hatten sich auch CDU-Fraktionschef Gert Rudolf und Linken-Fraktionsvorsitzender Gerd Böttger für eine Unterstützung der Stadtwerke mit Mitteln aus dem Sondervermögen starkgemacht.
Die politische Debatte über die optimale Verwendung der Bundesmittel wird in den kommenden Wochen weiter intensiv geführt werden, wobei der Zoo-Campus als eines der zentralen Projekte im Fokus steht.



