Geretteter Spielplatz in Schwerin: Entwarnung für Eltern und Kinder
Nach Berichten über gesperrte oder gefährliche Spielgeräte auf dem Spielplatz in der Kieler Straße in Lankow gibt die Stadt Schwerin nun Entwarnung. Eine unmittelbare Gefahr besteht nicht, betonte Stadtpräsident Sebastian Ehlers in einer aktuellen Pressemitteilung. Allerdings wurde gleichzeitig dringender Handlungsbedarf für die stark in die Jahre gekommene Anlage festgestellt.
Spielgeräte abgenutzt – Sofortmaßnahmen eingeleitet
Der CDU-Politiker Sebastian Ehlers, der auch Landtagsabgeordneter ist, versicherte gemeinsam mit der Ortsteilvorsitzenden Cordula Manow von Die Linke: „Eltern und Kinder müssen bei der Nutzung keine Angst haben.“ Aktuell lockere Bretter und Verschraubungen würden umgehend instand gesetzt. Der SDS – Städtische Dienstleistungen kontrolliere die Spielgeräte wöchentlich und pflege den Spielplatz regelmäßig.
Die Spielplatzanlage auf der 4800 Quadratmeter großen Grünfläche wurde zuletzt 2011 teilsaniert und ist seitdem kaum erneuert worden. Bei der letzten Bewertung vor drei Jahren befanden sich die Geräte zwar in einem abgenutzten, aber noch guten Zustand. Durch Witterungseinflüsse und intensive Nutzung hat sich die Situation jedoch verschlechtert.
Spendenaktion für dringende Erneuerungen gestartet
Anfang Februar starteten Ehlers und Manow eine Spendenaktion unter dem Titel „Neuaufbau Spielplatz Kieler Straße in Lankow“. Ziel ist es, mindestens 30.000 Euro für neue Spielgeräte zu sammeln. Bis zum vergangenen Freitag gingen bereits knapp 3400 Euro über die Online-Plattform GoFundMe ein. Das Geld fließt an den Verein Schweriner Ortsbeiräte und Präventionsräte.
Cordula Manow erklärte: „Mit den Spenden aus unserer Aktion wollen wir diese Lücke schließen und auch älteren Kindern mehr Spielmöglichkeiten bieten.“ Derzeit stehen auf dem Spielplatz lediglich eine Tischtennisplatte und ein Basketballkorb für ältere Kinder zur Verfügung. Die Anlage entspricht nach SDS-Angaben aufgrund ihres Alters von 15 Jahren nicht mehr heutigen Standards – es fehlen sowohl barrierefreier Zugang als auch inklusive Spielgeräte.
Politische Kontroversen um den Spielplatzerhalt
Die Spendenaktion ist nicht unumstritten. Die Bürgerinitiative Stadtteilpark Lankow, die den erfolgreichen Bürgerentscheid für den Erhalt des Spielplatzes und Bürgerparks angestoßen hatte, kritisierte, dass die Aktion nicht mit ihr abgesprochen worden sei. Mitglieder der Initiative werfen Ehlers und Manow „Wahlkampftaktik“ vor, da sich beide Politiker über Jahre gegen den Erhalt des Bürgerparks ausgesprochen hätten.
Interessant ist der Hintergrund: Ursprünglich war im Zuge eines von der Stadtvertretung beschlossenen Verkaufs ein Abriss des Spielplatzes vorgesehen. Daher sind in der aktuellen Spielplatzkonzeption der Stadt keine zusätzlichen Investitionen eingeplant. Die Bürgerinitiative hatte jüngst eine Vereinsgründung für den Stadtteilpark Lankow angekündigt und bemängelt die fehlende Einbindung.
Zukunft des Spielplatzes: Partizipation und Modernisierung
Für die geplanten Erneuerungen sollen verschiedene Interessengruppen eingebunden werden:
- Anwohner des Stadtteils Lankow
- Der Kinder- und Jugendbeirat
- Der Behindertenbeirat
- Der Seniorenbeirat
- Der in Gründung befindliche Verein für den Stadtteilpark
Ob barrierefreie Zugänge und inklusive Spielgeräte notwendig sind, soll fachlich beurteilt werden – schließlich befindet sich nur wenige hundert Meter weiter bereits ein entsprechender Spielplatz im Stadtteil. Dennoch besteht Einigkeit darüber, dass der Spielplatz in der Kieler Straße dringend modernisiert werden muss, um den heutigen Ansprüchen an Sicherheit und Spielwert gerecht zu werden.
Für die Eltern und Kinder in Lankow bedeutet die aktuelle Entwicklung zunächst einmal Erleichterung: Der Spielplatz kann weiter genutzt werden, während parallel die dringend benötigten Mittel für eine grundlegende Sanierung gesammelt werden. Die politischen Differenzen um die beste Vorgehensweise dürften die Diskussion um die Zukunft der Grünfläche in Schwerin jedoch weiter begleiten.



