Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: Wetterabhängigkeit und wirtschaftliche Realitäten
Tourismus in MV: Wetterabhängigkeit und wirtschaftliche Realitäten

Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: Wetterabhängigkeit und wirtschaftliche Realitäten

Im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern hängt viel vom Wetter ab – das ist die klare Einschätzung von Lars Schwarz, dem Chef des Landesverbandes vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). In einem Gespräch mit dem Nordkurier betonte er, dass die aktuelle Situation im Bundesland stark von den meteorologischen Bedingungen beeinflusst wird. „Das ist halt in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern. Die Wetterabhängigkeit ist hier bei uns groß“, erklärte Schwarz. Wenn das Wetter, wie etwa über die Osterfeiertage, eher durchwachsen sei, falle auch der Zuspruch der Gäste entsprechend aus.

Solides Ostergeschäft mit Einschränkungen

Das Ostergeschäft in Mecklenburg-Vorpommern sei insgesamt solide und erwartbar gewesen, mit einer akzeptablen Grundauslastung. Allerdings fehlten jene zusätzlichen Gäste, die bei besserem Wetter gekommen wären und den Umsatz angehoben hätten. Ähnlich könnte es im Mai laufen, einem Monat mit mehreren Feiertagen und längeren Wochenenden. Die Prognosen im Vorfeld seien ebenfalls solide, doch Schwarz wies darauf hin, dass es im Bundesland nur wenige Hotels gebe, die völlig unabhängig vom Wetter immer gut nachgefragt sind.

Sommergeschäft unter unsicheren Vorzeichen

In diesem Jahr ist Schwarz besonders auf das Sommergeschäft gespannt, das sich über einen rund 70-tägigen Ferienkorridor erstreckt. Das Grundrauschen bei den Gästen sei nicht das Problem – entscheidend seien immer die zusätzlichen Gäste on top. Der Dehoga-Vertreter ist sich sicher, dass es kein normaler Sommer werde. „Entweder setzen die Leute aufgrund der aktuell hohen Energie- und Lebensmittelpreise aufs Sparen, Sparen, Sparen – und bleiben gleich ganz zu Hause. Oder aber gerade aufgrund der weltpolitisch unsicheren Lage wollen sie sich etwas gönnen und einen schönen Urlaub verbringen“, vermutete er. Möglicherweise verzichteten potenzielle Urlauber auf teure Flüge und kostspielige, aber unsichere Fernreisen und blieben stattdessen in Deutschland, um ihre schönste Jahreszeit im sicheren Mecklenburg-Vorpommern zu genießen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kritik an Übernachtungsrekorden

Im Gegensatz zu anderen Akteuren in der Tourismusbranche ist Schwarz nicht auf immer neue Übernachtungsrekorde in Mecklenburg-Vorpommern erpicht. Er betonte, dass die Übernachtungszahlen nicht so aussagekräftig seien. Entscheidend sei vielmehr, wie viel Geld die Touristen in den Urlaubsgebieten wirklich zurücklassen. In diesem Zusammenhang verwies er auf erstaunliche Zahlen: „In der Gastronomie ist von 2019 bis 2025 ein Umsatzrückgang von 18 Prozent registriert worden. Das heißt: Die Gäste übernachten zwar in Mecklenburg-Vorpommern, kaufen sich ihr Abendessen aber beim Discounter und gehen eben nicht ins Restaurant.“ Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur auf quantitative Kennzahlen zu schauen, sondern auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus genau zu analysieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration