Überschwemmung in Bargischow: Ehepaar nach 40 Jahren von Wassermassen überrascht
Überschwemmung in Bargischow überrascht Ehepaar nach 40 Jahren

Überschwemmung in Bargischow: Ehepaar nach 40 Jahren von Wassermassen überrascht

Wenn man heute den Garten von Familie Hendricks am Ortsrand von Bargischow betrachtet, kann man sich kaum vorstellen, welche gewaltigen Wassermassen hier noch vor wenigen Tagen standen und Haus sowie Hof bedrohten. Das Ehepaar Ellen und Reinhard Hendricks lebt seit mehr als vier Jahrzehnten an diesem Ort, doch eine derartige Überschwemmung haben sie in all den Jahren noch nie erlebt.

Wassermassen vom Acker bedrohen das Gehöft

Beim Tauwetter vor gut einer Woche wurde das Gehöft der Familie Hendricks von einer unerwarteten Flut heimgesucht. „Man könnte ja denken, wir spinnen“, sagt der 63-jährige Reinhard Hendricks, wenn er heute auf die Ereignisse zurückblickt. Doch am Abend des 23. Februars war die Situation alles andere als eingebildet. Immer mehr Wasser drang vom benachbarten Acker auf das Grundstück ein und ließ den Pegel stetig ansteigen.

„Wir wohnen seit 1984 hier, doch so viel Wasser hatten wir noch nie“, berichtet Hendricks eindringlich. Vor zwanzig Jahren, nach einer früheren Überschwemmung, hatte er einen Erdwall um das Grundstück angelegt, der damals ausreichte, um Haus und Hof zu schützen. Doch dieses Mal reichte der Wall bei weitem nicht aus, um die enormen Wassermassen zurückzuhalten.

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Eskalation der Situation und alarmierender Wasserstand

Zuerst wurde der Garten überflutet, dann stieg das Wasser auch beim Gartenhaus immer höher. Eine Tauchpumpe konnte die Massen nicht bewältigen und brachte keine Linderung. Schließlich lief die Kläranlage voll und der Wasserstand näherte sich bedrohlich der gepflasterten Fläche in Richtung des Wohnhauses. In diesem kritischen Moment rief die Familie die Feuerwehr zu Hilfe.

Für Ellen Hendricks war dies ein unwirklicher Augenblick. Die 62-Jährige befand sich noch auf der Arbeit, als sie ein Blaulicht nach dem anderen in Richtung Bargischow ausrücken sah. „Das wird doch wohl nicht schon bei uns sein“, lautete ihr erster Gedanke. Doch leider traf genau dieser schlimme Verdacht zu.

Großangelegter Rettungseinsatz mit zahlreichen Helfern

Neben der Anklamer Feuerwehr rückten im Verlauf des Einsatzes weitere Kräfte an:

  • Der Bauhof der Stadt Anklam unterstützte mit schwerer Technik
  • Das Technische Hilfswerk (THW) aus Hamburg war mit spezieller Pumptechnik vor Ort
  • Die Firma Tiefbau Sommerfeld half mit einem Bagger aus
  • Amtswehrführer Rico Scheffler vom Amt Anklam-Land lieferte Sandsäcke aus Bugewitz

Darüber hinaus packten Nachbarn, Gemeindevertreter und sogar der Bürgermeister persönlich mit an, füllten Sandsäcke und schichteten sie auf, um das Wasser aufzuhalten. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend und zeigte die starke Gemeinschaft in der Region.

Herzlicher Dank für die überwältigende Hilfsbereitschaft

Für Ellen und Reinhard Hendricks ist der öffentliche Dank an alle Helfer eine echte Herzensangelegenheit. „Es waren so viele Leute vor Ort, dass wirklich an niemandem unser Dank vorbeigehen soll“, betont das Ehepaar. Besonders beeindruckt hat sie, dass die freiwilligen Kräfte von Feuerwehr und THW trotz eines anstrengenden Einsatzmarathons am Wochenende zuvor sofort zur Stelle waren.

„Doch es waren alle nett und freundlich und haben angepackt, wo sie nur konnten“, sagt Ellen Hendricks mit großer Anerkennung. Die erfahrene Unterstützung in dieser Notlage nehmen die Hendricks keineswegs als selbstverständlich hin, sondern als wertvolles Zeichen menschlicher Solidarität.

Zukunftspläne für besseren Hochwasserschutz

Um sich zukünftig besser vor ähnlichen Überschwemmungen zu schützen, wollen Ellen und Reinhard Hendricks gemeinsam mit der Gemeinde und dem örtlichen Landwirtschaftsbetrieb nach einer dauerhaften Lösung suchen. Eine mögliche Maßnahme wäre die Erhöhung des Erdwalls rund um das Grundstück, um bei zukünftigen Starkregenereignissen oder Tauwetter besser gewappnet zu sein.

Dann, so hoffen die Hendricks, sollte solch ein dramatischer Feuerwehreinsatz ihnen in Zukunft erspart bleiben. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Nachbarschaftshilfe und gut organisierte Rettungskräfte in solchen Extremsituationen sind.

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