Osterferien in Mecklenburg-Vorpommern: Acht Geheimtipps für Ausflüge im Hinterland der Ostsee
Osterferien: Acht Geheimtipps für Ausflüge im Ostsee-Hinterland

Osterferien im Ostsee-Hinterland: Acht versteckte Perlen für Naturliebhaber

Die Osterzeit lädt traditionell dazu ein, die Natur zu erkunden und frische Frühlingsluft zu tanken. Wie schon Goethe in seinem "Osterspaziergang" beschrieb, sehnen sich die Menschen nach der Auferstehung aus "niedriger Häuser dumpfen Gemächern". Doch selbst wenn das Wetter nicht mitspielt, gilt in Norddeutschland das Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung!" Während viele Besucher zur Ostseeküste strömen, bietet das Hinterland Mecklenburg-Vorpommerns zwischen Güstrow, Bützow, Teterow und Krakow am See zahlreiche weniger bekannte Schätze.

1. Der Utkiek bei Güstrow: Panoramablick über die Nebel

Der "Utkiek" ist ein beeindruckender Aussichtsturm südlich von Güstrow in den Heidbergen am Inselsee. Von seiner Plattform eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die weite Landschaft bis in die Niederungen der Nebel. Für eine Rundtour empfiehlt sich der Start am Parkplatz Heidberg. Der etwa fünf Kilometer lange Weg führt über den Turm und durch malerische Waldabschnitte zurück zum Ausgangspunkt.

2. Historische Wassermühle Kuchelmiß am Nebeltal

Die restaurierte Wassermühle aus dem 16. Jahrhundert an der Nebel bei Kuchelmiß beherbergt heute ein faszinierendes Museum mit alter Mühlentechnik und wechselnden Ausstellungen. Im Inneren lädt ein gemütliches Café zur Rast ein. Auf der Website wird angekündigt: "Café und Museum öffnen wieder zu Ostern 2026." Von hier aus führt ein idyllischer Spaziergang entlang des Mühlenwegs zum Alten Marstall, wo am Ostersonntag von 14 bis 17 Uhr das Hofcafé geöffnet hat. Entlang des Weges können Besucher Ziegen und andere Haustiere in Gehegen beobachten und die Schönheit der Nebel genießen.

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3. Wanderung durch das romantische Nebeltal

Die Nebel zählt zu den saubersten Flüssen Deutschlands, ihr Tal gilt als eines der schönsten Flusstäler des Landes. Hier finden sensible Arten wie Bachmuschel und Steinbeißer noch Lebensraum, in den Mooren und Niederungen leben über 130 Schmetterlingsarten. Der Fluss entspringt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte südöstlich des Krakower Sees im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Eine besonders reizvolle Rundwanderung führt von Kuchelmiß nach Serrahn und zurück durch den UNESCO-Buchenwald, mit einer Länge von acht bis zehn Kilometern.

4. Sternenbeobachtung im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

Seit 2026 darf sich der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide "Internationaler Sternenpark" nennen. Aufgrund minimaler Lichtverschmutzung bieten sich hier optimale Bedingungen für Sternenbeobachtungen. Am 9. April erfolgt die offizielle Zertifizierung am Sternenbeobachtungspunkt Bossow bei Krakow am See. Insgesamt verteilen sich neun Sternenbeobachtungspunkte über die Landkreise Rostock, Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte. Besonders empfehlenswert ist der Punkt am Jagdschloss Neu Sammit mit Blick auf den Langsee, nur fünf Kilometer von Krakow am See entfernt.

5. Wossidlo-Museum in Walkendorf: Einblick in mecklenburgische Alltagskultur

Das liebevoll restaurierte Museum in der "Alten Ausspanne" in Walkendorf bei Gnoien widmet sich Richard Wossidlo, dem bedeutendsten Volkskundler Mecklenburgs. Die Sammlung zeigt Geräte, Trachten und Erzählungen zur regionalen Alltagskultur. Am Ostersonntag ist von 14 bis 17 Uhr zusätzlich zum Museum auch das Café geöffnet. Für eine kleine Wanderung bietet sich ein etwa vier Kilometer langer Rundgang durch Walkendorf mit Abstecher in die Feldmark an.

6. Historischer Treidelweg am Bützow-Güstrow-Kanal

Der etwa 15 Kilometer lange Treidelweg entlang des Bützow-Güstrow-Kanals, auch Nebelkanal genannt, verbindet die Städte Bützow und Güstrow und verläuft direkt am Wasser. Der Kanal ist ein Überrest der geplanten Binnenwasserstraße von Rostock nach Berlin. Entlang des Weges finden sich technische Denkmäler wie eine steinerne Kammerschleuse, die instand gesetzte Zugbrücke bei Lüssow sowie vier Drehbrücken. Der flache, gut ausgebaute Weg eignet sich ideal für Familien und ist auch mit Outdoor-Kinderwagen befahrbar.

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7. Megalithgräber Zernin: Geheimnisvolle Spuren der Steinzeit

Versteckt im Wald bei Tarnow liegen drei Großsteingräber aus der Jungsteinzeit um 3500 v. Chr. Diese stillen Zeugen der Vergangenheit dienten einst als Begräbnisstätten und sind durch große Findlinge und langgestreckte Hünenbetten charakterisiert. Zwei der drei Gräber wurden 1967 von Ewald Schuldt ausgegraben und rekonstruiert. Von Zernin aus führt eine etwa drei Kilometer lange Rundtour durch den Wald zu diesen historischen Stätten.

8. Slawenburg Behren-Lübchin: Auf den Spuren der Zirzipanen

Die Slawenburg bei Behren-Lübchin in der Nähe von Gnoien war vom 10. bis 12. Jahrhundert eine bedeutende Hauptburg des elbslawischen Stammes der Zirzipanen. Als politisches und militärisches Zentrum wurde sie sogar vom Chronisten Saxo Grammaticus erwähnt. Ausgangspunkt für eine etwa vier Kilometer lange Wanderung ist Neu Nieköhr, von wo ein Feldweg zur kreisförmigen Anlage mit ihrem gut erhaltenen Wall und Graben führt.

Diese acht Ausflugsziele zeigen, dass das Hinterland der Ostsee weit mehr zu bieten hat als nur Küstenlandschaften. Ob bei Sonnenschein oder bedecktem Himmel – die Region lädt zu Entdeckungstouren ein, die Natur, Geschichte und Kultur auf einzigartige Weise verbinden.