Gutshaus Brüssow: Künstlerhaus mit Haase-Werken und Tochter-Ausstellung
Gutshaus Brüssow: Haase-Werke und Tochter-Ausstellung

Das Gutshaus Brüssow in der Uckermark öffnet seine Türen für Kunstliebhaber: Noch bis September sind dort Werke des bekannten Metallbildhauers Volkmar Haase (1930–2012) zu sehen. Erstmals präsentiert sich auch seine Tochter Katja Haase mit eigenen Arbeiten in den historischen Räumen. Die Ausstellung trägt den Titel „Volkmar Haase & Katja Haase im Dialog“ und verbindet Skulpturen, Grafiken und Gemälde beider Künstler.

Ein spektakulärer Ort

„Das ist spektakulär, einfach überwältigend“, urteilte eine Besucherin aus Brüssow beim Rundgang durch das Gutshaus. Sie staunte über die Fülle an Kunstwerken, die thematisch geordnet einen tiefen Einblick in das Schaffen von Volkmar Haase geben. Skulpturen jeder Größe, Grafiken und Gemälde füllen die großzügigen Räume und Flure. Auch der Park des barocken Herrenhauses ist Teil der Ausstellung: Dort stehen überlebensgroße Plastiken, die eine weitere Facette seines Werks zeigen.

Rettung vor dem Verfall

Das Gutshaus drohte 2002 zu verfallen, nachdem die Polytechnische Oberschule geschlossen worden war. Volkmar Haase und seine Frau Ingrid entdeckten das Anwesen und entschlossen sich 2003 zu einem Neuanfang. In einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen, ließen sie das Gebäude instand setzen und gaben ihm einen völlig neuen Charakter. Heute beherbergt das mehr als 300 Jahre alte Gutshaus eine einzigartige Sammlung, die die künstlerische Entwicklung des Bildhauers über fast fünf Jahrzehnte dokumentiert.

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Volkmar Haase: Ein Leben für die Kunst

Volkmar Haase zählt zu den bedeutendsten deutschen Metallbildhauern der Nachkriegszeit. Viele seiner Arbeiten stehen im öffentlichen Raum, vor allem in Berlin, aber auch in anderen deutschen Städten, Europa und den USA. Ende der 1990er Jahre wurde sein Atelierhaus in Berlin-Kladow zu klein für die vielen Kunstwerke. In Brüssow fand er neuen Platz und die ideale Kulisse, um seine Skulpturen im Zusammenspiel mit der Natur zu präsentieren.

Spuren in der Region

Haase schuf einige Werke speziell für die Uckermark. Seit 2009 schmückt die „Skylla“ den Brüssower Marktplatz, und vor der Dreiklang-Oberschule in Schwedt steht das „Offene Dreieck“ (2007). In Prenzlau erinnert die „Große Woge“ (1991) am Ufer des Unteruckersees an seine Verbundenheit mit der Region. Die Stadt erwarb die über drei Meter große Edelstahlplastik 2013 dank einer Spendensammlung im Zuge der Landesgartenschau.

Katja Haase: Der Dialog mit dem Vater

Tochter Katja Haase, Architektin und Künstlerin, zeigt in diesem Jahr erstmals ihre eigenen Werke in Brüssow. „In den neun Jahren, die er hier gelebt hat, war mein Vater ungeheuer produktiv, strukturiert und perfektioniert“, sagt sie. Mit ihrer Mutter Ingrid sorgt sie dafür, dass das künstlerische Erbe des Vaters der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Ihr Vater habe sie früh ans Malen herangeführt, erinnert sich die 42-Jährige. Mit sechs Jahren begann sie mit Keramik, doch die Malerei liegt ihr am meisten.

Autodidaktische Techniken

Ähnlich wie ihr Vater eignete sich Katja Haase viele Techniken autodidaktisch an: Radierung, Aquatinta- oder Siebdrucktechnik. Dafür nutzte sie eine alte Druckpresse ihres Vaters aus den 1960er Jahren. In ihren abstrakten Bildern korrespondieren fließende Linien in leuchtendem Grün und Blau mit den Linien und Wellen in den Skulpturen Volkmar Haases. Die Ausstellung zeigt diesen Dialog in einem eigenen Raum.

Besuchsmöglichkeiten

Die Jahresausstellung 2026 ist bis Ende September zu sehen. Nächste Gelegenheit für einen Besuch bieten die „Offenen Gärten Uckermark“ am 13. und 14. Juni. Interessierte sollten sich anmelden unter der Telefonnummer 0177 63 288 76 oder per E-Mail an [email protected].

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