Historischer Machtwechsel in Rheinland-Pfalz: Schnieder-Brüder schreiben Politikgeschichte
Gerolstein/Mainz – Ein historischer Machtwechsel bahnt sich in Rheinland-Pfalz an: Gordon Schnieder (50, CDU) hat die Wahl gewonnen und wird neuer Ministerpräsident des Bundeslandes. Gemeinsam mit seinem Bruder Patrick Schnieder (57), der als Bundesverkehrsminister in Berlin amtiert, schreiben die beiden Politiker damit deutsche Politikgeschichte. Sie gelten nun als das mächtigste Brüderpaar in der deutschen Politiklandschaft.
Bodenständige Wurzeln in der Vulkaneifel
Die beiden Politiker stammen aus Birresborn in der Vulkaneifel – einer Region, die als katholisch, bodenständig und politisch geprägt gilt. Ihr Vater war CDU-Kommunalpolitiker, die Familie lebte über mehrere Generationen unter einem Dach. Patrick Schnieder beschreibt das Elternhaus als einen Ort, der „immer aufgeschlossen war für politische Diskussionen“. Vier Geschwister wuchsen inmitten von Natur und Zusammenhalt auf, was Gordon Schnieder als „wilde Truppe“ in Erinnerung hat.
Der enge familiäre Draht ist bis heute erhalten geblieben. Obwohl nur etwa 40 Kilometer zwischen ihren Wirkungsstätten Mainz und dem Heimatort liegen – abgesehen von Patricks Berliner Amt – sehen sich die Brüder ein- bis zweimal monatlich und telefonieren regelmäßig. Höhepunkte bleiben die Familientreffen, zu denen auch die große Schwester (60) und der mittlere Bruder (55) hinzukommen.
Zwei Karrieren, ein gemeinsamer Weg
Patrick Schnieder, mit 2,02 Metern der größere der beiden, ist gelernter Anwalt und bekleidet seit Jahren politische Ämter, zuletzt als Bundesverkehrsminister. Sein Bruder Gordon, 1,93 Meter groß und Diplom-Finanzwirt, wird nun als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz die Geschicke des Landes lenken. Der dreifache Familienvater lebt noch immer im Elternhaus mit seiner Mutter und hat eine besondere Eigenheit: „Ich besitze schon seit 25 Jahren keine Pullover. Ich trage immer nur Hemd, Polohemd oder T-Shirt.“
Politische Nähe mit eigenständigen Positionen
Politisch stehen die Schnieder-Brüder eng zusammen, sind aber nicht immer einer Meinung. Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung war auch im rheinland-pfälzischen Wahlkampf ein Thema. Gordon Schnieder mahnte: „Das Gezanke muss aufhören.“ Zu viel Streit schade dem Vertrauen der Bürger. Nun muss der neue Ministerpräsident beweisen, dass er Politik leiser und mit weniger Konfrontation gestalten kann.
Schon im Januar sagte Gordon Schnieder voraus: „Einer kümmert sich um Berlin, ich kümmere mich um Mainz.“ Diese Arbeitsteilung ist nun Realität geworden. Gordon bezeichnet seinen älteren Bruder als Vorbild – damals wie heute. Die Ernennung Patricks zum Bundesminister habe die ganze Familie stolz gemacht, ein Gefühl, das nun für beide Brüder gilt.
Die Schnieders repräsentieren eine neue Generation von CDU-Politikern, die sowohl in der Bundes- als auch in der Landespolitik Verantwortung übernehmen. Ihr Aufstieg zeigt, wie politisches Engagement in Familien tradiert werden kann und welche Machtkonstellationen daraus entstehen können. Die Augen der politischen Beobachter sind nun auf das Duo gerichtet, das deutsche Politikgeschichte schreibt.



