Apotheken-Krise in Sachsen-Anhalt: Jede dritte Apotheke wirtschaftlich gefährdet
Das Versorgungsnetz für Medikamente in Sachsen-Anhalt wird zunehmend dünner. Obwohl die Bevölkerung älter wird und der Bedarf an Arzneimitteln steigt, geht es vielen Pharmazeuten finanziell immer schlechter. Die einst als Goldgrube geltenden Standorte kämpfen heute mit existenziellen Problemen. Am 23. März 2026 werden zahlreiche Apotheken in der Region schließen müssen.
Finanzielle Schwierigkeiten trotz steigendem Bedarf
Norbert Hoffmann, Betreiber von vier Apotheken in Körhen, bringt die Situation auf den Punkt: „Die sorgenfreien Zeiten sind vorbei.“ Seine Aussage spiegelt die Realität vieler Kollegen wider. Laut dem Landesverband der Apotheken in Sachsen-Anhalt gilt etwa ein Drittel aller Standorte als wirtschaftlich gefährdet. Verbandschef Mathias Arnold erklärt: „Ein weiteres Drittel verdient nicht viel mehr als ein angestellter Apotheker. Manche arbeiten nur für die Miete und das Gehalt, weil sie aus langfristigen Mietverträgen nicht rauskommen.“
Nur der verbleibende Rest der Apotheken kann nach Arnolds Worten „ganz gut davon leben“. Doch diese Gruppe sei zu klein, um das flächendeckende Versorgungsnetz aufrechtzuerhalten. Die Gründe für die finanzielle Schieflage sind vielfältig und reichen von regulatorischen Hürden bis zu veränderten Marktbedingungen.
Strukturelle Probleme und langfristige Folgen
Die Apotheken in Sachsen-Anhalt stehen vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits steigen die Betriebskosten kontinuierlich, andererseits bleiben die Einnahmen oft stagnierend oder sinken sogar. Viele Inhaber sind in langfristige Mietverträge gebunden, die sie finanziell stark belasten, selbst wenn der Umsatz nicht mehr ausreicht. Diese strukturellen Probleme führen dazu, dass immer mehr Standorte ihre Türen schließen müssen.
Die Schließungswelle vom 23. März 2026 wird das Versorgungsnetz in der Region weiter ausdünnen. Besonders ländliche Gebiete könnten von Unterversorgung betroffen sein, was die Gesundheitsversorgung für die älter werdende Bevölkerung zusätzlich erschwert. Die einstige Goldgrube Apotheke hat ihren Glanz verloren, und die Branche sucht nach nachhaltigen Lösungen für die Zukunft.



