Cyberangriffe auf Sachsen-Anhalts Landesverwaltung nehmen deutlich zu
Cyberangriffe auf Landesverwaltung Sachsen-Anhalt steigen

Cyberangriffe auf Landesverwaltung Sachsen-Anhalt nehmen deutlich zu

Die IT-Systeme der Landesverwaltung in Sachsen-Anhalt geraten immer häufiger ins Visier von Angreifern. Neue Zahlen belegen einen deutlichen Anstieg der Vorfälle, die teilweise zu spürbaren Störungen im Verwaltungsbetrieb führen. Die Entwicklung zeigt, dass die öffentliche Hand zunehmend zum Ziel von Cyberkriminalität wird.

Besorgniserregende Zahlen aus Magdeburg

Im Jahr 2025 wurden in der Landesverwaltung Sachsen-Anhalts insgesamt 73 IT-Sicherheitsvorfälle registriert. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor. Im Vergleich zum Vorjahr mit 45 Fällen bedeutet dies einen deutlichen Anstieg um über 60 Prozent. Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedrohungslage für die digitale Infrastruktur des Bundeslandes.

Ministerien als Hauptziel der Angriffe

Besonders betroffen sind die obersten Landesbehörden, wo 2025 insgesamt 48 Vorfälle gezählt wurden – nach 27 im Jahr 2024. In nachgeordneten Behörden wurden 16 Fälle registriert, außerdem einzelne Vorfälle bei:

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram
  • Landeseigenen Betrieben
  • Kommunalen Einrichtungen
  • Weiteren öffentlichen Stellen

Unter den registrierten Vorfällen dominieren sogenannte Überlastungsangriffe auf IT-Systeme, insbesondere auf Webserver, sowie betrügerische E-Mails. Zusätzlich verzeichnen die Behörden jährlich mehr als eine Million automatisierte Angriffsversuche und Vorbereitungshandlungen, die bislang jedoch alle abgewehrt werden konnten.

Spürbare Auswirkungen auf Online-Dienste

Einige Angriffe führten zu zeitweisen Einschränkungen bei Online-Angeboten der Landesverwaltung. So war das Landesportal Sachsen-Anhalt 2024 infolge eines Überlastungsangriffs vier Tage lang beeinträchtigt, 2025 für einen Tag. In einem weiteren Fall war ein landesweit genutztes Fachverfahren sieben Tage lang erheblich gestört, was den Verwaltungsablauf behinderte.

Datenschutzverletzungen und Lösegeldforderung

Nach Angaben der Landesregierung kam es auch zu einzelnen Datenschutzverletzungen. 2024 wurden sechs Fälle gemeldet, 2025 sieben. In mehreren Fällen gelangten personenbezogene Daten nach außen, betroffen waren jedoch ausschließlich einzelne oder wenige Beschäftigte – nicht Bürgerinnen oder Bürger. Einmal wurde durch einen IT-Sicherheitsvorfall auch Lösegeld gefordert. Der Vorfall konnte jedoch gelöst werden, ohne dass Zahlungen geleistet wurden.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die Linksfraktion sieht angesichts der Entwicklung dringenden Handlungsbedarf. Fraktionschefin Eva von Angern erklärte, der Anstieg zeige, dass die öffentliche Verwaltung stärker ins Visier von Cyberangriffen gerate. „Die Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass wir unsere IT-Sicherheitsstrukturen dringend stärken müssen“, so von Angern. Innenpolitiker Andreas Henke forderte mehr Unterstützung des Landes für Kommunen bei der IT-Sicherheit, da auch kommunale Einrichtungen zunehmend betroffen sind.

Die Landesregierung betont, dass trotz der gestiegenen Fallzahlen die meisten Angriffe erfolgreich abgewehrt werden konnten. Dennoch unterstreichen die Vorfälle die Notwendigkeit kontinuierlicher Investitionen in IT-Sicherheit und regelmäßiger Schulungen für Mitarbeiter im Umgang mit Cyberbedrohungen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration