Die Mecklenburgische Bäderbahn Molli, die älteste Schmalspurbahn (900 mm) der Ostseeküste, ist mit ihren Dampflokomotiven ein echter Besuchermagnet und Touristenliebling. In den vergangenen Monaten wurde eine der mehr als 90 Jahre alten Lokomotiven in Tausende Teile zerlegt und anschließend wieder zusammengebaut.
Historische Dampflok in sämtliche Einzelteile zerlegt
Bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell (im Betrieb 40 km/h), 420 PS, vier angetriebene Achsen und zwei Laufachsen: In den vergangenen Monaten wurde intensiv an der Dampflok 99 2322-8 gearbeitet. Denn die Lok der Traditionsbahn Molli musste zur Hauptuntersuchung. Per Tieflader ging es dafür in das Dampflokwerk Meiningen in Südthüringen. Und später wieder zurück an die Ostsee.
„Die Lok wurde dort in ihre sämtlichen Einzelteile auseinandergebaut und später wieder zusammengebaut“, berichtet Jan Methling, Leiter Bahnverkehr bei der Mecklenburgischen Bäderbahn (MBB). Radsätze, Rahmen, Pumpen, Kessel und vieles andere wurden dort von den entsprechenden Abteilungen begutachtet und erneuert. „Im Richtstand wird später wieder alles zusammengebaut“, so Methling weiter.
Lokomotiven müssen regelmäßig zur Hauptuntersuchung
Auch Lokomotiven müssen ähnlich wie Autos zur Hauptuntersuchung. Nur ist das eben wesentlich aufwendiger und passiert in der Regel alle sechs Jahre, kann teilweise auf acht Jahre verlängert werden. Beim Kessel erfolgt die Untersuchung alle drei beziehungsweise vier Jahre. Die Dampflok 99 2322-8 hat ein Gesamtgewicht von 42 Tonnen und wurde bereits im Herbst nach Thüringen gebracht.
Molli: Lok aus dem Jahr 1932 fährt wieder zuverlässig
Bei der Dampflok sind nun unter anderem die Radsätze reprofiliert, alle Gleitlager erneuert und auf Maß gebracht worden, damit die Maschine rund läuft. Am Kessel (14 bar) wurden ebenso Arbeiten durchgeführt. „Eine Aufarbeitung kann inzwischen schnell einen siebenstelligen Betrag kosten“, so Methling. Im Laufe der Jahrzehnte sei schon viel an der Lok erneuert worden. Schließlich stammt sie aus dem Jahr 1932 und wurde einst von der Firma Orenstein & Koppel in Berlin-Drewitz gebaut. Drei Loks habe das Unternehmen noch aus diesem Jahr. Es seien die letzten Dampflokomotiven, die damals als Neubau geliefert wurden. In den Jahren 2008 und 2009 sei dann noch ein Nachbau entstanden.
Nach der Hauptuntersuchung und der Rückkehr an die Küste ist die Dampflok inzwischen wieder im Personenverkehr im Einsatz. „Es läuft bisher alles sehr zuverlässig“, erklärt Methling. Dann kann die Saison an der Ostsee abdampfen. Stündlich wird zwischen Kühlungsborn-West und Bad Doberan gefahren.



