Adidas steigt bei Handball-Klub München ein: Milliardenkonzern setzt auf Viertligisten
Adidas steigt bei Handball-Klub München ein: Milliardenkonzern setzt auf Viertligisten

Adidas geht einen ungewöhnlichen Weg im Sportsponsoring: Der Sportartikelriese aus Herzogenaurach hat einen Ausrüstervertrag mit der Handballgemeinschaft München (HGM) unterzeichnet. Das Besondere: Das Männerteam der HGM spielt aktuell in der vierten Liga, weit entfernt von den großen Bühnen der Handball-Bundesliga.

Der Deal umfasst nicht nur die Münchner Panther, die ab der Saison 2026/27 mit dem TuS Fürstenfeldbruck eine Spielgemeinschaft bilden. Adidas wird Gründungspartner und Ausrüster der gesamten HG München – inklusive einer geplanten Damenmannschaft ab 2027/28, der Jugendteams und des Trainerstabs. Es geht nicht um reines Trikot-Sponsoring, sondern um den Aufbau von Infrastruktur von der Basis bis zur erhofften Bundesliga.

„Diese Partnerschaft macht einfach Spaß: Die Energie, der Ehrgeiz und die Aufbruchsstimmung in München sind spürbar“, sagt Marina Moguš, Adidas-Zentraleuropa-Chefin. Hinter dem Engagement steckt eine klare Strategie: Adidas kauft sich nicht in bestehende Erfolge ein, sondern baut an einem Verein mit. Der Konzern setzt auf die Metropolregion München mit sechs Millionen Einwohnern und hoher Kaufkraft, die im Spitzenhandball bisher kaum vertreten ist.

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Geführt wird die HGM von zwei Ex-Nationalspielern: Dominik Klein (Weltmeister 2007) und Steffen Weinhold (Europameister 2016). Beide sind seit Jahren Adidas-Athleten und kennen sich aus gemeinsamer Zeit beim THW Kiel. „Umso schöner ist es, dass wir diese Erfahrung und diesen Anspruch jetzt gemeinsam in den Handball in München tragen und dort weiterentwickeln können“, sagt Weinhold.

Das Risiko des Engagements ist nicht zu unterschätzen: Die Münchner Panther könnten in der Regionalliga steckenbleiben, Verletzungen den Kader dezimieren oder ein verlorenes Aufstiegsspiel den Zeitplan um Jahre verschieben. Adidas würde formal als Sponsor eines gescheiterten Projekts dastehen. Doch selbst dann hätte der Konzern gewonnen, was andere Sponsoring-Deals nicht liefern: Glaubwürdigkeit.

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