Alba Berlin krönt sich mit Aufholjagd zum zwölften Basketball-Meister
Alba Berlin holt zwölften Meistertitel gegen Bayern München

Alba Berlin hat sich mit einer dramatischen Aufholjagd den zwölften deutschen Basketball-Meistertitel gesichert. Im fünften und entscheidenden Finalspiel der Basketball-Bundesliga (BBL) besiegten die Berliner den Titelverteidiger Bayern München auswärts mit 84:81 (27:47). Damit endet die Saison für die Münchner ohne Titel, während Alba die große Überraschung der Playoffs krönt.

20-Punkte-Rückstand zur Halbzeit

Zur Halbzeit lag Alba mit 20 Punkten zurück, ehe eine furiose Aufholjagd begann. Angeführt von Jonas Mattisseck und Justin Bean, die jeweils 18 Punkte erzielten, kämpften sich die Gäste zurück ins Spiel. „Es ist superschwer, das in Worte zu fassen“, sagte Mattisseck bei Dyn. „In so einem Spiel, zur Halbzeit mit 20 Punkten zurückzuliegen und dann zurückzukommen, das kann ich nicht beschreiben. Ich weiß nicht, wie das funktioniert hat.“

Schwächephase der Bayern in Spiel vier

Dass es überhaupt zum entscheidenden fünften Spiel kam, lag an einem Einbruch der Bayern in Partie vier. Am Freitag führten die Münchner in Berlin im dritten Viertel noch mit zehn Punkten, kassierten dann aber einen 2:26-Lauf von Alba und verloren mit 61:71. Nur einmal erzielte der deutsche Branchen-Primus in der Saison weniger Punkte – ebenfalls in Berlin im Oktober. Trainer Svetislav Pešić zeigte sich ratlos: „Ich habe bisher in meiner Zeit bei den Bayern noch nie diese Situation gehabt, dass wir unser Konzept verloren haben“, sagte er. Welt- und Europameister Justus Hollatz ergänzte bei Dyn: „Wir haben komplett den Faden verloren. Wir haben uns zu sehr in die Spirale reinlaufen lassen und sind dann nicht mehr rausgekommen.“

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Alba wittert die Chance

Alba witterte nach dem Sieg in Spiel vier die Chance auf den großen Coup. „Wir müssen jetzt den Sack zumachen“, forderte Flügelspieler Michael Rataj. Die Berliner hatten ihre bis dato letzten drei Meisterschaften 2020, 2021 und 2022 jeweils auswärts in München gewonnen. Von großer Partylaune war bei den Gästen vor der Pause nichts zu spüren: Nach einem 20:25 im ersten Viertel erzielte Alba im zweiten Abschnitt nur sieben Punkte, während die Bayern auf 20 Punkte davonzogen. Dabei ließen die Gastgeber etliche Chancen auf einen noch größeren Vorsprung liegen.

Pešićs letztes Spiel und Trainerstreit

Trainerlegende Svetislav Pešić tigerte in seiner Coaching-Zone auf und ab – es war sein letztes Spiel vor der Basketball-Rente. Über seine Nachfolge war in dieser Woche ein heftiger Streit entbrannt: Die Bayern buhlen um Anton Gavel aus Bamberg, der ebenfalls wechseln will. Da Bayern angeblich keine Ablösesumme zahlen möchte, reichte Gavel wegen eines Formfehlers bei seinem bis 2027 laufenden Vertrag die Kündigung ein. Bambergs Mäzen Michael Stoschek kritisierte Gavel und die Bayern scharf. Geschäftsführer Philipp Höhne pocht auf „eine faire Lösung für alle Seiten“. Die Bayern schwiegen zuletzt zu dem Thema.

Entscheidung im Finale

In der Halbzeitpause von Spiel fünf sagte Bayerns Vereinspatron Uli Hoeneß bei Dyn, dass er zwar nicht involviert sei, aber entspannt klang: „Ich persönlich glaube, dass wir nächstes Jahr den Anton Gavel hier als Trainer haben.“ Diese Entspannung wich, als Bayern wie schon in Spiel vier plötzlich nichts mehr gelang. Sieben Minuten vor Schluss ging Alba in Führung (67:66). Es kam zur Zitterpartie im Finish – mit dem besseren Ende für Berlin. Alba feierte den zwölften Meistertitel und vermieste Pešić den letzten Pokal.

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