Alba Berlin: Die Kehrseite der Abhängigkeit von Hermannsson und Kayil
Alba Berlin: Kehrseite der Abhängigkeit von Guards

Die Point Guards haben in Basketballteams eine zentrale Rolle. Sie lenken das Spiel, verteilen die Bälle und bestimmen das Tempo. Eine gewisse Abhängigkeit von ihren Leistungen ist daher unvermeidlich. Bei Alba Berlin ist diese Abhängigkeit aktuell jedoch besonders ausgeprägt. Denn Martin Hermannsson und Jack Kayil sind weit mehr als nur Aufbauspieler. In einer Mannschaft, die individuell deutlich schwächer besetzt ist als in den vergangenen Jahren, repräsentieren sie Talent, Esprit und Führungsqualitäten. Das ungleiche Duo – der Isländer ist mit 31 Jahren der älteste Profi im Kader und Topverdiener, der Berliner ist 20 und steht kurz vor dem Sprung in die NBA – führt Alba in mehreren Statistiken an.

Die Leistungsträger in der Offensive

Kayil erzielt mit durchschnittlich 12,6 Punkten die meisten Zähler, dicht gefolgt von Hermannsson mit 12,2 Punkten. Bei den Assists liegt der Isländer knapp vorn, während sich sein junger Schüler häufiger an die Freiwurflinie arbeitet. Dass die Berliner in dieser Saison mit dem zweiten Platz nach der BBL-Hauptrunde, dem Erreichen des Pokalendspiels und dem Viertelfinale in der Champions League solide dastehen, ist zu einem großen Teil den Leistungen der beiden Point Guards zu verdanken. Diese Abhängigkeit hat jedoch auch eine Kehrseite.

Die Schwäche der Abhängigkeit

Wenn Hermannsson und Kayil, wie am Donnerstagabend im dritten Halbfinale in Bamberg, keinen guten Tag erwischen, wird es für Alba fast unmöglich, wichtige Spiele zu gewinnen. Statt sich bereits ausgiebig auf die Finalserie gegen Bayern München vorzubereiten, müssen die Berliner nach dem 73:81 nachsitzen. Am Samstag (18.30 Uhr) findet das vierte Duell mit Bamberg statt. Während Albas Offensive in den ersten beiden Spielen in Berlin noch exzellent funktioniert hatte, wirkte das Team am Donnerstag oft ideen- und hilflos. Hermannsson (7 Punkte, 1 Assist, 4 Turnover) blieb ebenso weit unter seinen Möglichkeiten wie Kayil (8 Punkte, 7 Assists, 4 Turnover, 0/7 Dreier). „Sie sind nicht nur unsere Point Guards, sondern Schlüsselspieler“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda.

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Verletzungsprobleme und Ausfälle

Ohne die bevorzugten Scoring-Optionen arbeitete Center Norris Agbakoko zwar gut unter dem Korb, ansonsten verließen sich die Berliner gegen die aggressive Bamberger Verteidigung aber auf ihre Dreipunktewürfe. Lange Zeit vergeblich. Denn kurz nach der Pause lag die Trefferquote noch im einstelligen Bereich – ein desolater Wert. In der Schlussphase arbeitete sich Alba durch erfolgreiche Dreier von Justin Bean und Moses Wood noch einmal heran, die Niederlage ließ sich aber nicht mehr verhindern. „Den Unterschied hat vor allem die Dreierquote gemacht“, sagte Ojeda. „Defensiv war es in Ordnung, aber wir können nicht erwarten, dass der Gegner nur 50 Punkte macht.“

Personelle Fragezeichen vor dem vierten Spiel

Für den zweiten Matchball am Samstag ist der Spanier optimistisch, auch wenn es personell zwei Fragezeichen gibt. Alex O’Connell setzte schon am Donnerstag mit muskulären Problemen aus. Schwerer wiegt die Verletzung von Dreierspezialist Wood. Der US-Amerikaner ging schon mit einer bandagierten Hand ins dritte Spiel und bekam kurz vor Schluss einen Schlag auf den angeschlagenen Daumen. „Er hatte große Schmerzen und es sieht nicht gut aus“, sagte Ojeda. Am Freitag befand sich Wood zu Untersuchungen im Krankenhaus. Sollte er für das vierte Halbfinale tatsächlich ausfallen, läge noch mehr Last auf Albas Point Guards. Martin Hermannsson und Jack Kayil haben in dieser Saison schon häufig bewiesen, dass sie mit dieser Verantwortung umgehen können.

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