Alba Berlin hat die Basketball-Bundesliga-Saison mit einem sensationellen Meistertitel gekrönt. Im entscheidenden fünften Spiel der Finalserie besiegten die Berliner den Topfavoriten Bayern München auswärts mit 84:81 (27:47) und sicherten sich damit den zwölften Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Die Partie schien zur Halbzeit bereits entschieden, als Alba mit 20 Punkten zurücklag. Doch im dritten Viertel starteten die Gäste eine atemberaubende Aufholjagd, angeführt von Jonas Mattisseck und Justin Bean, die jeweils 18 Punkte erzielten. „Es ist superschwer, das in Worte zu fassen“, sagte Mattisseck nach dem Spiel. „In so einem Spiel, zur Halbzeit mit 20 Punkten zurückzuliegen und dann zurückzukommen, das kann ich nicht beschreiben.“
Für Bayern München endet die Saison ohne Titel. Trainer Svetislav Pešić verabschiedete sich mit einer Niederlage in den Ruhestand. „Ich habe bisher in meiner Zeit bei den Bayern noch nie diese Situation gehabt, dass wir unser Konzept verloren haben“, erklärte Pešić. Auch Spieler Justus Hollatz zeigte sich enttäuscht: „Wir haben komplett den Faden verloren.“
Die Wende im Finale zeichnete sich bereits im vierten Spiel ab, als Alba in Berlin einen 2:26-Lauf gegen die Bayern startete und mit 71:61 gewann. „Wir müssen jetzt den Sack zumachen“, forderte Alba-Spieler Michael Rataj vor dem entscheidenden Spiel. Die Berliner bewiesen einmal mehr ihre Stärke in München: Ihre letzten drei Meisterschaften 2020, 2021 und 2022 hatten sie ebenfalls auswärts in der bayerischen Hauptstadt gewonnen.
Neben dem sportlichen Drama sorgte auch die Trainersuche der Bayern für Schlagzeilen. Vereinspatron Uli Hoeneß zeigte sich in der Halbzeitpause zuversichtlich, dass Anton Gavel nächste Saison das Traineramt übernehmen werde. Diese Zuversicht wich jedoch nach der Niederlage, da die Bayern erneut eine Schwächephase nicht überwinden konnten.



